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Nacht der Bibliotheken

Mitmischen geht auch digital

Ahlen

Eigentlich sollte in Bibliotheken nicht gegessen werden. Wenn die Nacht der Bibliotheken allerdings auf dem heimischen Sofa stattfindet, darf durchaus auch geschlemmt werden, so wie am Freitagabend.

Martin Feldhaus

Marion Gay (rundes Bild) präsentierte spannende Sagen aus dem Münsterland, während Claudia Specht (r.) beim digitalen Genussabend aus einem Krimi vorlas. Philip Winterkamp sorgte dafür, dass die Technik läuft. Foto: Martin Feldhaus

Krimidinner einmal anders: Zur Nacht der Bibliotheken veranstalteten die Leseoase St. Marien und die Bücherei St. Ludgeri einen digitalen Genussabend. Dazu verteilten sie im Vorfeld insgesamt 60 Rezepte mit Kochlöffel und kleiner Senfzulage an die Teilnehmer. Wer wollte, konnte sich anhand der Anleitungen ein leckeres Drei-Gänge Menü mit schmackhaften Rinderrouladen und Mango-Tarte zubereiten und etwa 45 Minuten lang Auszügen aus dem Krimi „Den letzten Gang serviert der Tod“ von Jörg Maurer lauschen. Ein Konzept, das die Ahlener gerne annahmen, denn die insgesamt 60 Pakete mit dem Link zur digitalen Lesung waren schnell vergriffen. „Wir sind sehr zufrieden, dass das so gut angenommen wurde“, freute sich Monika Richter von der Bücherei St. Ludgeri.

Eine neue Erfahrung war die digitale Krimilesung nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für Claudia Specht und Marianne Domnick, die Auszüge aus dem Krimi vortrugen. „Die unmittelbare Reaktion der Zuhörer fehlt schon“, gab Specht unumwunden zu. Ein Gefühl, das die Sehnsucht spiegelt, bei der nächsten Auflage der Nacht der Bibliotheken wieder ganz klassisch vor Ort mitmischen zu können.

Jede Stunde ein Video

„Mitmischen!“ lautete das diesjährige Motto der Nacht der Bibliotheken. Das tat auch die Stadtbücherei, die am Freitag ab 15 Uhr stündlich ein Video ins Netz stellte und damit ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein bot.

So präsentierte die Schriftstellerin Marion Gay spannende Sagen aus dem Münsterland mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit, über die sie bereits zwei Bücher geschrieben hat. Diese bestehen jeweils aus Kurzgeschichten, die Gay um kursierende Sagenfiguren herumstrickte. Die Zuhörer lernten zum Beispiel den Beckumer „Mausehund“ kennen, der sich anschickte, die Mausplage in der Ahlener Nachbarstadt zu begleichen, aber aufgrund eines Missverständnisses blanke Angst auslöste. Eine Sage, die noch heute in der Zementstadt präsent ist, wo der schwarze Rumskedi-Kater, die Symbolfigur des Beckumer Karnevals darstellt.

Spiele und Bücher kennenlernen

Auch für den Nachwuchs gab es zahlreiche Anregungen. Etwa das vom Ahlener Arthur Drescher selbst entworfene Geschicklichkeitsspiel „Beppo, der Bock“, bei dem nicht nur die ganze Familie mitspielt, sondern oftmals auch Ahlener Hauskatzen, wie Drescher mit einem Augenzwinkern berichtete.

Zudem stellte Andreas Wilinski, selbstständig im Bereich Heizung, Sanitär und Klima, anhand eines Kinderbuches vor, wie Handwerker eigentlich arbeiten und beispielsweise ein ganzes Haus errichten. Die Geschichte von Handwerker Toni umrahmte er, indem er unter anderem erklärte, wie eine Wasserwaage funktioniert oder was alles in einen gut ausgestatteten Werkzeugkoffer gehört.

Weitere Beiträge waren Buchvorstellungen der Stadtbücherei sowie ein kleiner Abriss von Expert Promedia zu Neuheiten in dem Bereich der Nintendo Switch und bei Tonies.

Ergänzt wurden die Vorstellungen zu Büchern und Spielen durch ein leckeres Rezept, das die digitale Nacht der Bibliotheken geschmacklich abrundete. So gab es eine Anleitung für ein selbstgemachtes Brot mit einem Avocado-Dip. Eine kulinarische Beilage, mit der sich das Programm vom heimischen Sofa aus noch besser genießen ließ.

Videos sind weiterhin online

425 Aufrufe zählte Wiebke Wewer von der Stadtbücherei bereits am Samstagmorgen.„Für die kurze Zeit bin ich zufrieden“, zog sie ein positives Fazit. Die Videos von der „Nacht der Bibliotheken“ sind aber auch weiterhin noch einige Tage auf Youtube abrufbar und ermöglichen es den Ahlenern, die digitale Nacht der Bibliotheken einfach zu einem frei gewählten Termin nachzuholen.

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