1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. „Mord am Hellweg“ verschoben

  8. >

Welttag des Buches

„Mord am Hellweg“ verschoben

Ahlen / Unna

Das Krimifestival „Mord am Hellweg“ schiebt sich weiter auf die Wartebank und der Welttag des Buches findet statt – aber natürlich digital.

Dierk Hartleb

Das war im November 2019: Krimiautorin Dr. Edith Kneifel (M.) recherchierte in Ahlen beim Jupp-Foto-Club für „Mord am Hellweg“. Die Österreicherin ist beim „mörderischen Intermezzo“ mit am Start. Foto: Stadt Ahlen

Kulturfachbereichsleiter Christoph Wessels war im Bilde, aber zum Stillschweigen verpflichtet. Am Dienstagmorgen wurde es dann offiziell: „Mord am Hellweg“ wird auf 2022 verschoben.

„Ich bedauere das sehr“, sagt Sigrun Krauss, die gemeinsam mit Herbert Knorr das internationale Krimifestival leitet. Aber die anhaltenden Unwägbarkeiten der Corona-Krise, die fehlenden Perspektiven für die Durchführung von Veranstaltungen und die damit einhergehenden enormen wirtschaftlichen Veranstalterrisiken ließen leider keine andere Wahl, wirbt Sigrun Krauss um Verständnis für die Entscheidung.

Trostpflaster

Und sie hält ein Trostpflaster bereit: Ein „mörderisches Intermezzo“ mit Sololesungen deutschsprachiger Autoren, die auch in der im Herbst erscheinenden Anthologie vertreten sind, soll die Krimifreunde darüber hinwegtrösten, dass das Festival ein zweites Mal verlegt wird.

„Wir sind von der Festivalleitung bereits in der vergangenen Woche konsultiert worden“, erklärt Christoph Wessels. Zu der Verlegung habe er angesichts des Infektionsgeschehens keine echte Alternative gesehen. Er sei froh, dass sie frühzeitig genug erfolgt sei. Unter normalen Umständen hätte der Vorverkauf zu diesem Zeitpunkt längst begonnen.

Christoph Wessels

Neben der Ungewissheit, ob die aus dem Ausland anreisenden Autoren überhaupt kommen können, sei es auch um die Frage gegangen, ob die Durchführung überhaupt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten verantwortbar gewesen wäre, fügt Sigrun Krauss hinzu. Wenn nicht zu gewährleisten sei, dass die Lesungen prominenter Autoren wie Sebastian Fitzek, Håkan Nesser oder Jussi Adler-Olsen in vollen Hallen stattfinden könnten, seien die Einnahmeausfälle nicht zu kompensieren. Also gebe es mit dem „mörderischen Intermezzo“ nur ein Krimifestival im Miniformat mit knapp zwei Dutzend Schriftstellern am Start, darunter auch die Österreicherin Edith Kneifl, die den Ahlen-Krimi schreibt.

Zwei aufgezeichnete Lesungen

Zum Welttag der Buches am kommenden Freitag (23. April) gibt es coronagerecht zwei digitale Lesungen. Dafür hat die Stadtbücherei Kinderbuchautorin Verena Prym gewonnen. Die in Soest lebende Autorin präsentiert in zwei 20-minütigen Videos, die vor Ort in Ahlen entstanden sind, ihre in Verbindung mit Illustratorin Paulina Böger entstandnen Bücher „Rafu – eine afrikanische Geschichte“ und „Rafu – eine neue Freundschaft“. Darin erzählt Verena Prym die Geschichte einer Freundschaft zwischen der Giraffe Rafu und einem einem kleinen Krokodil, die im Leben in der Wildnis eigentlich natürliche Feinde sind. In ihren Erzählungen aber freunden sich das vierbeinige pflanzenfressende Säugetier und das Reptil an und schließen Frieden. In dem zweiten Buch geht es um die Freundschaft Rafus mit dem kleinen Elefanten Remo, der es mit dem ausgewachsenen gierigen Krokodil Gutsor zu tun bekommt.

Die beiden Videos mit den Lesungen werden am Freitagvormittag und -nachmittag auf der Homepage der Stadtbücherei hochgeladen.

Startseite