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Schuhfabrik zeigt kleine Ausgabe der Relígio-Ausstellung

Muslime sprechen über sich selbst

Ahlen / Telgte

Von Dierk Hartlebund

Serhat Ulusoy ließ sich bei seinem Besuch von Museumsleiterin Dr. Anja Schöne durch die Ausstellung im „Relígio“ führen und machte dabei auch Station vor dem Konterfei des Ahleners Kadir Uygun. Foto: Dierk Hartleb

Muslimische Menschen selbst zu Wort kommen zu lassen und dadurch für eine differenzierte, vorurteilsfreie Betrachtung ihrer Religion zu sensibilisieren, ist das Motto der neuen Ausstellung in der Schuhfabrik. Erstmalig kooperiert dafür das Bürgerzentrum mit dem Museum Relígio in Telgte. Insgesamt elf Schlaglichter der dortigen Ausstellung „Er gehört zu mir. Muslimische Lebenswelten in Deutschland“ werden auf der „etage eins“ vom 15. Juli bis 3. September präsentiert.

Zur Ausstellungseröffnung am kommenden Donnerstag (14. Juli), um 19 Uhr sind alle Interessierten eingeladen. Museumsleiterin Dr. Anja Schöne, die die Idee und das Konzept zur Ausstellung entwickelt hat, der stellvertretende Ahlener Bürgermeister Serhat Ulusoy, Kreistagsmitglied Ali Baș und Kadir Uygun, ehemaliger Bergmann aus Ahlen, der in der Ausstellung porträtiert wird, werden anwesend sein.

Religiöse Lebenswelten

Die Vielfalt des muslimischen Lebens ist das große Thema der Ausstellung, die sich insbesondere auf die religiösen Lebenswelten konzentriert. Im Mittelpunkt stehen Musliminnen und Muslime, vom sogenannten Gastarbeiter bis zur aus Syrien Geflüchteten. Sie gehören verschiedenen muslimischen Glaubensrichtungen an, haben unterschiedliche Zuwanderungsgeschichten oder sind in Deutschland geboren. Sie alle geben Einblicke in ihre religiöse Praxis, in Wünsche und Hoffnungen. Vier Menschen werden in der Ausstellung in der Schuhfa­brik vorgestellt.

Bewusst wird im Titel auf den politischen Leitsatz des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff angespielt: „Der Islam gehört zu Deutschland“. Die häufig emotional geführten Diskussionen, die diese Feststellung nach sich zog, haben gezeigt, wie wichtig ein interreligiöser Dialog mit den rund circa 5,5 Millionen Musliminnen und Muslimen in Deutschland ist. Verschiedene kulturelle und politische Anstrengungen sind gerade in den letzten Jahren in dieser Richtung unternommen worden.

Auf der anderen Seite steht ein alltäglicher antimuslimischer Rassismus, dem auf breiter gesellschaftlicher Basis entgegengetreten werden muss. Hier setzt die Ausstellung an, deren zentrale Idee es ist, dass nicht über Musliminnen und Muslime gesprochen wird, sondern dass sie selbst zu Wort kommen und das Publikum in ihre Welt mitnehmen.

Weiterer Besuch lohnt sich

Übrigens: Nach dem Ausstellungsbesuch in der Schuhfabrik lohnt sich ein weiterer Besuch im Museum Relígio in Telgte. Dort werden neben umfangreichen Informationen zum Islam zwölf in Deutschland lebende Menschen muslimischen Glaubens vorgestellt.

Den empfohlenen Besuch in Telgte hat Ulusoy bereits im Vorfeld der Ausstellung in Ahlen unternommen und wurde von Dr. Anja Schöne durch die Präsentation geführt. Der stellvertretende Bürgermeister zeigte sich sowohl von der umfassenden Aufbereitung des Themas als auch der Qualität der zum Teil hochwertigen Leihgaben beeindruckt. „Die sind in dieser Zusammenstellung in Deutschland noch nie gezeigt worden“, erklärte Schöne beim Rundgang. Ulusoy kündigte an, in der türkischen Gemeinde wie auch an den Schulen für einen Besuch der Ausstellung zu werben.

Die Ausstellung in der Schuhfabrik ist kostenlos montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 12 bis 20 Uhr zu sehen Mehr Infos unter schuhfabrik-ahlen.de.

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