Spezialeinsatzkommando überwältigt 31-Jährigen

Nach Randale in Klinik eingewiesen

Ahlen

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war am Dienstag im Ahlener Osten unterwegs, weil ein 31-Jähriger seit Tagen durch Randale und Bedrohungen seines Umfelds aufgefallen war. Ein Spezialeinsatzkommando überwältigte ihn schließlich.

Von Christian Wolff

Mit vereinten Kräften wird der 31-jährige Randalierer nach erfolgreichem Zugriff nach draußen getragen und dem Rettungsdienst übergeben. Foto: Christian Wolff

„Die Nachbarn hatten Angst“, sagt eine Passantin, die von rot-weißem Trassierband gestoppt wird. Immer wieder soll ein 31-Jähriger randaliert und Menschen massiv bedroht haben, unter anderem mit einer Eisenstange. Erst vor wenigen Tagen sei eine Frau betroffen gewesen, die ihren Hund ausführte. Am Dienstagvormittag setzt ein Spezialeinsatzkommando dem Treiben des möglicherweise durch Betäubungsmittel beeinflussten Mannes ein Ende.

Randalierer zeigt sich mehrfach am Fenster

Gegen 9 Uhr haben Anwohner, bei denen der Randalierer längst kein Unbekannter mehr ist, die Polizei verständigt. Doch die Beamten kommen nicht weit: Der 31-Jährige verbarrikadiert seine Eingangstür im Ostenstadtteil mit einem Sessel und weiteren Möbelstücken, beleidigt sie und droht: „Ich schaff euch alle!“ Schnell ist klar, dass eine geordnete Überführung ins Gewahrsam nicht möglich ist. Um 9.26 Uhr wird ein Spezialeinsatzkommando angefordert, die Zufahrten zwischen August-Kirchner-Straße, Bremsberg und Eckelshof werden für Nichtanlieger abgesperrt.

Zwischenzeitlich zeigt sich der Mann immer wieder mit freiem Oberkörper an einem Fenster im Obergeschoss seines Hauses, das inzwischen von zahlreichen Polizei- und Rettungskräften umgeben ist. „Da drüben müsst ihr hin, nicht zu mir“, ruft er ihnen zu. Und beschuldigt diverse Nachbarn, ihm etwas angetan zu haben. Dabei fuchtelt er nervös mit Gegenständen herum, um sich im nächsten Moment wieder entspannt eine Zigarette anzuzünden. Regelmäßig schallt ein Poltern nach draußen, wenn er die Treppe hinunter läuft, um durch das Fenster der Haustür die Umgebung auszuloten. 

„Es wird zunächst versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen“, erklärt Polizeisprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk. Geschulten Verhandlern gelingt es, einen Zugang zu dem aufgebrachten Mann zu bekommen, auch wenn sich die Kommunikation weitgehend darauf beschränkt, dass der Hausbewohner die Echtheit der Polizeikräfte anzweifelt. Die Spezialkräfte halten sich parallel dazu in Position, um jederzeit eingreifen zu können, falls die Situation eskalieren sollte.

Als sich der Mann minutenlang nicht mehr am Fenster zeigt, versuchen die Einsatzkräfte sowohl telefonisch als auch per Megafon eine Kontaktaufnahme. Plötzlich steht der Gesuchte erneut am Fenster, schreit und gestikuliert.

Einsatz dauerte mehr als zwei Stunden

Mehr als zwei Stunden nach der ersten Alarmierung erfolgt der Zugriff. Völlig unvermittelt wird der Mann im Obergeschoss seiner Wohnung, zu der sich das SEK mittlerweile unbemerkt Zutritt verschafft hat, überwältigt. „Auf den Boden!“, so die deutliche Aufforderung von einer der Spezialkräfte. Wieder dringen lautes Gepolter und wütendes Geschrei des 31-Jährigen nach draußen.

„Es gab noch eine heftige Gegenwehr“, so die Polizeisprecherin später. Doch letztlich wird keiner der eingesetzten Kräfte verletzt, der Verursacher des Einsatzes selbst mit leichten Verletzungen aus dem Haus getragen. Dort erst beruhigt sich die Stimmungslage.

Der Randalierer wird schließlich per Rolltrage in einen Rettungswagen gebracht und in eine psychiatrische Klinik überwiesen.

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