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„The Tapi Project“ im Kultursommer

Neue Klänge begeistern das Publikum

Ahlen

Einblick in das zeitgenössische Indien gewährte „The Tapi Project“ im Rahmen des Schuhfabrik-Kultursommers. Mit ihrer Musik begeisterte das Quartett das Publikum.

Von Martin Feldhaus

Mit indischen Klängen begeisterten auf der Kultursommer-Bühne Yogendra Saniyawala, Gaurav Kapadia, die ausdrucksstarke Hauptsängerin Swati Minaxi sowie Biju Nambiar (v.l.). Foto: Martin Feldhaus

Mumbai ist eine pulsierende Metropole, farbenfroh und einzigartig. Attribute, die in musikalischer Hinsicht auch für die indische Band „The Tapi Project“ gelten. Die vierköpfige Folkband aus Surat, die den Namen eines Flusses trägt, der durch Zentral- und Westindien fließt, begeisterte am Freitagabend beim Schuhfabrik Kultursommer mit ihrer musikalischen Vielseitigkeit. Eine Mischung aus alter Tradition, indischen Klängen und zeitgenössischer Musik bescherte ganz neue Klangerlebnisse und traf den Nerv der Zuhörer.

Yogendra Saniyawala (Musik, Texte, Gitarre), Swati Minaxi (Hauptsängerin), Gaurav Kapadia (Tontechniker und Schlagzeug) sowie Biju Nambiar (Keyboard, Bass) experimentieren mit unterschiedlichen Musikgenres wie Folk, Trip-Hop, Jazz, Ambient-Texturen und verwenden in ihren Stücken vor allem Folk-Instrumente als wesentlichen instrumentalen Bestandteil. Vor kurzem sind sie zu einer mehrmonatigen Europatour aufgebrochen und besuchten als eine ihrer ersten Stationen Ahlen.

Herausforderungen der modernen Welt

Breit war die Palette der Themen, die das Quartett in seiner Musik behandelte. In ihnen spiegelte sich das zeitgenössische Indien wider. Mit allen Herausforderungen, denen sich der Mensch in einer modernen Welt gegenübersieht. So erinnerten die Musiker etwa an die gute alte Zeit, als es noch keine Smartphones gab und sich Menschen schöne Zeilen in Briefen zukommen ließen. Ein weiteres Stück handelte davon, welche Freude in ihrer Heimat nach Monaten der Trockenheit und Dürre der einsetzende Starkregen hervorruft. Als roter Faden zog sich zudem die universelle Suche nach dem Selbst durch ihre Texte. Sie behandelten ernste Themen wie den Umgang mit dem jeden Menschen irgendwann ereilenden Tod oder auch die grundsätzlichste aller Fragen, die sich Menschen selbst stellen, wenn sie in den Spiegel schauen: Wer bin ich wirklich?

Besonders beeindruckend war dabei die kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme Swati Minaxis. Durch ihren pathetischen Gesang wurden die Texte lebendig, verschluckten die Zuhörer teils in einem Meer aus Emotionen. Auch, weil die Hauptsängerin der Gruppe mit einer großen Bühnenpräsenz ausgestattet war und bei ihren Tänzen alle Blicke auf sich zog. Immer wieder gelang es ihr, auf der Tonleiter fast schwindelerregende Höhen zu erklimmen, ohne dass ihr Gesang an Ausdrucksstärke verlor. Ein Gesamtpaket, das dafür sorgte, dass das Publikum fast mit dem ersten Lied an ihren Lippen hing – und der zeitweisen Aufforderung, einzelne Passagen mitzusingen, gerne nachkam.

„Feeling Good“ als Zugabe

Insgesamt war es ein leidenschaftlicher Auftritt, der die Kultursommer-Besucher mitriss und begeisterte. Als das Quartett auf der Terrassen-Bühne schon einpacken wollte, ließen es die fast 50 Zuhörer nicht von der Bühne. Untermalt von stehenden Ovationen skandierten sie „one more song“. Eine Bitte, die „The Tapi Project“ gerne erfüllte: Bevor sie wirklich ihre Koffer packten, gab es noch den weltberühmten Song „Feeling Good“. Ein Titel, der perfekt zu einem gelungenen Kultursommerabend passte.

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