1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Norbert Niehoff: „Man muss Menschen mögen“

  8. >

Leiter der Caritas-Sozialstation im Ruhestand

Norbert Niehoff: „Man muss Menschen mögen“

Ahlen

Stabwechsel in der Sozialstation des Caritasverbands Ahlen: Norbert Niehoff geht nach fast 44 Jahren in den Ruhestand.

wn

Stabwechsel in der Caritas-Sozialstation: Während Norbert Niehoff (2. v. r.) nach fast 44 in den Ruhestand geht, übernimmt Elke Kraskes (2. v. l.) die Leitung. Sie ist seit 36 Jahren bei der Caritas.. Mit dabei beim Führungswechsel waren Sabine Holzkamp von der Gemeindecaritas und Geschäftsführer Heinrich Sinder. Foto: Caritasverband

Man kennt ihn in Ahlen und Umgebung. Und man schätzt ihn für das, was er jahrzehntelang getan, sogar gelebt hat. Wenn Norbert Niehoff jetzt den Stab als Leiter der Caritas-Sozialstation Ahlen weitergibt, dann macht er das „schon mit einem weinenden Auge“.

43 Jahre und neun Monate war Niehoff in der Pflege aktiv. Eine lange Zeit, in der er sein persönliches Credo immer wieder neu in die Tat umgesetzt hat. Pflege, sagt er, sei kein Job, sondern vielmehr eine Berufung. „Man muss Menschen mögen.“

Norbert Niehoff stieg in einer Zeit in den Beruf ein, als sich die Caritas-Sozialstation den Herausforderungen des Arbeitsbereichs Pflege noch unter eher primitiven Bedingungen stellen musste. „Ein bescheidener Pool an Pflegebetten, simple Holzstühle mit Töpfchen drunter, die wir von einem Patienten zum anderen weiterreichten.“ Das sind Erinnerungen, die bis heute in ihm lebendig sind. In den knapp 44 Jahren danach hat Niehoff politische und gesellschaftliche Veränderungen erlebt, die auch die Arbeit der Caritas als Sozialverband veränderten. „Es war ein langer und manchmal beschwerlicher Weg zum heutigen modernen und immer breiter aufgestellten Leistungszentrum“, betont er. Wo seinerzeit noch einfache Hilfsmittel für den Dienst am Menschen ausreichen mussten, ist heute längst modernste Technik im Spiel. Was für den scheidenden Chef der Caritas-Sozialstation an einem Befund nichts geändert hat: „Den Menschen wird auch die beste Technikniemals ersetzen.“

Eine Form der Nähe entsteht

Den Menschen und das, was ihn ausmachen kann - darin sieht Norbert Niehoff die wichtigste Mitgift für jeden, der in den immer wichtiger werden den Bereich der Pflege einsteigen will. „Selbstlosigkeit gehört ganz sicher mit dazu“, sagt er. Sich selbst zurückzunehmen, sich ganz und gar einlassen zu können auf jene Patientinnen und Patienten, die es zu versorgen gelte: „Wer das nicht kann, sollte sich besser ein anderes Feld suchen.“ Mit jedem Tag, jeder Woche einer manchmal monatelangen Pflegezeit entstehe ganz automatisch eine Form der Nähe, auf die sich beide Seiten einlassen müssten: „Da ist immer auch Vertrauen mit im Spiel, was für unsere Seite als Pflegende für die Patienten wie auch die Angehörigen gilt. Und irgendwann gehört man schon fast zur Familie.“

Dennoch: Bei aller Empathie gehört aus der Erfahrung von Norbert Niehoff immer auch ein Stück Nüchternheit mit zum verantwortungsvollen Feld der Pflege. „Gerade, weil es uns so sehr und rund um die Uhr fordert – man muss diese schöne Aufgabe auch mal loslassen können, sich mal auf sich selbst besinnen und einfach Feierabend machen“, weiß er. Jetzt macht er Feierabend – mit schönen Erinnerungen an fast 44 Jahre. Wird ihm etwas fehlen? „Die Kolleginnen, die Kollegen, die Menschen eben, für die ich so lange habe da sein dürfen.“

Startseite
ANZEIGE