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Aramäisches Gemeindezentrum

Offen für Gespräch mit Anwohnern

Ahlen

Jeshu Jakob, Vorsitzender der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde St. Georg, setzt auf einen sachlichen Dialog über das Bauvorhaben an der Beckumer Straße.

Dierk Hartleb

An der Beckumer Straße   soll nach Vorstellung von Jeshu Jakob (l.) und Pfarrer Josef Harman das neue kirchliche Zentrum für die St.-Georgs-Gemeinde entstehen. Foto: Reinhard Baldauf

Verständnis für die Reaktion der Anwohner im Hinblick auf das Bauvorgaben an der Paul-Gerhardt-Kirche hat Jesu Jakob durchaus. Allerdings hätte sich der Vorsitzende der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde St. Ge­org gewünscht, dass man mitein­ander und nicht übereinander spricht.

„Wir reden ja nicht erst seit heute über die Pläne“, erklärt Jakob gegenüber un­serer Zeitung. Schon nachdem die Absichten der Gemeinde das erste Mal öffentlich bekannt geworden sind, hatte sich Widerstand gegen die Absicht formiert, auf der Ackerfläche an der Beckumer Straße eine Kirche mit Gemeindezentrum zu bauen. Seinerzeit hätten die Anlieger aber das Gesprächsangebot der Gemeindeverantwortlichen abgelehnt.

In der Zwischenzeit habe man gemeinsam mit der Verwaltung nach Alternativstandorten gesucht, aber nichts Passendes gefunden. „Die bestehenden Kirchen sind zu klein“, erklärt Jakob, der seit 1971 in Ahlen lebt. Im Übrigen verursachten sie hohe Energiekosten und entsprächen in keiner Weise den Anforderungen der heutigen Wärmedämmungsverordnung.

Die sehr aktive Gemeinde, die ihre Sprache, Kultur und Religion pflegt, benötige ne­ben der Kirche und dem Gemeindesaal auch mehrere Gruppenräume. „Wir wollen doch keine Partys feiern“, beschwichtigt Jakob die Gemüter, sondern man werde sich genau an die baulichen Auflagen halten. Die Baupläne seien nach Hinweis durch die Stadt mehrfach geändert worden. Bei der erforderlichen Größenordnung geht Jakob von 300 bis 400 Gläubigen aus. Ein Emissionsgutachten liege ebenfalls vor. Das bisherige Gemeindezentrum an der Emanuel-von-Ketteler-Straße genüge heutigen Ansprüchen nicht mehr, wo sich in den Räumen zum Teil auch Schimmel gebildet habe.

In einem Nebensatz erinnert Jakob daran, dass die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde sich auch auf die Nachfolge des Apostels Paulus berufe und genauso christlich sei wie die katholische oder evangelische Kirche. Um die eigene Tradition an die Kinder weitergeben zu können und ei­ner Verweltlichung, wie er sie anderweitig beobachte, etwas entgegenzusetzen, sei der Neubau einer Kirche und eines Zentrums unabdingbar. Außerdem seien die syrisch-orthodoxen Christen – die ersten kamen 1964 nach Ahlen – Bürger dieser Stadt, die an dem gesellschaftlichen und politischen Leben gleichberechtigt teilnähmen.

Er wünsche sich einen Dialog mit den Anwohnern und der Politik. Deshalb greife er das vom CDU-Vorsitzenden Peter Lehmann ausgesprochene Angebot zu einem offenen Gespräch gerne auf, so Jeshu Jakob.

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