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Verbraucherzentrale

Öl und Gas sind von gestern

Übereinandergestapelte 200-Liter-Fässer als Fotomotiv: So wird klar, dass es günstigere und vor allem klimafreundlichere Methoden gibt, um‘s Zuhause warm zu haben.

Dierk Hartleb

Mit zehn übereinander gestapelten 200-Liter-Fässern machten Jochen Rölfing und Klaudia Froede am Freitag Foto: Dierk Hartleb

Ahlen atDie zehn übereinander gestapelten 200-Liter- Fässer auf dem flachen Anhänger erregten zur Mittagszeit auf dem Marktplatz kein großes Aufsehen.

Die Marktbeschicker hatten am Freitag ihre Stände gerade abgebaut, als Jochen Rölfing und Klaudia Froede die Regie übernahmen.

Die von der Verbraucherzentrale NRW initiierte Aktion zum Thema „Besser heizen“ nutzten der Energieberater der örtlichen Verbraucherberatung und die Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz im Rathaus, um auf das klimaschädliche Heizen mit Öl und Gas hinzuweisen.

„80 Prozent der Haushalte heizen noch damit“, stellte Rölfing fest. Dabei setzt die Mehrheit, nämlich 55 Prozent, auf Gas, der Rest auf Öl. Was viele nicht wissen: Ab 2026 ist der Einbau reiner Ölheizungen nicht mehr erlaubt.

Rund eine Million Ölkessel in NRW

Im Durchschnitt haben die rund eine Million Ölkessel in nordrhein-westfälischen Häusern 19 Jahre auf dem Buckel. „So alte Ölbrenner sind überhaupt nicht mehr effizient“, fuhr Rölfing fort. Höchste Zeit also, um sich heute Gedanken über seine Heizung von morgen zu machen. Klaudia Froede assistierte: „Es gibt heute sehr attraktive Förderprogramme der KfW-Bank.“ Der Einbau neuer Heizungssysteme auf regenerativer Basis werde mit bis zu 50 Prozent bezuschusst. „Aber nur, solange es keine gesetzliche Vorgabe ist“, schränkte Froede ein. Bei einer so hohen Förderung amortisieren sich die Anschaffungskosten in überschaubarer Zeit.

Als Alternative zur klassischen Öl- oder Gasheizung empfiehlt Rölfing, auf erneuerbare Energien wie Sonne, Erdwärme oder alternative Brennstoffe zu setzen. Die Entscheidung für eine dieser Lösungen müsse im Zusammenhang mit der Wärmedämmung gesehen werden. „Fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas sind nicht nur Klimakiller“, so Rölfing, das Heizen damit werde durch die seit diesem Jahr greifende CO-Bepreisung immer teurer.

Informations- und Beratungsangebot

Unter dem Motto „Besser heizen“ bietet die Verbraucherzentrale ein breites Informations- und Beratungsangebot. Am Mittwoch (5. Mai) ist der Energieberater zwischen 19.30 und 21 Uhr online zu Gast bei der VHS, um über klimafreundliches Heizen zu informieren. Dazu können Ratsuchende auch eine 45-minütige Telefonberatung in Anspruch nehmen.

Übrigens: Die zehn Ölfässer symbolisieren die 2000 Liter Heizöl, die ein Drei-Personen-Haushalt jährlich durchschnittlich verbraucht.

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