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61-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt

Pädophile Neigungen von sich gewiesen

Ahlen/Münster

Er soll die beiden Enkelinnen seiner Lebensgefährtin missbraucht haben. Der 61-Jährige aus Dortmund legte am Dienstag vor dem Landgericht ein Teilgeständnis ab.

-eml-

„Dass es ausgerechnet durch mich zu so einer schlimmen Tat gekommen ist, hätte mich fast zur Selbstaufgabe gebracht“, erklärte der 61-jährige Angeklagte am Dienstag in seiner Einlassung vor der 21. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster. Die Staatsanwaltschaft wirft dem zuletzt in Dortmund gemeldeten Mann vor, die Enkelinnen seiner Lebensgefährtin schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Missbrauchshandlungen soll er im Zeitraum von Januar 2017 bis Juni 2021 in der Wohnung der Großmutter in Ahlen vorgenommen haben.

Der Angeklagte legte am ersten Verhandlungstag ein Teilgeständnis ab. So räumte er Berührungen im Intimbereich und orale Missbrauchshandlungen sowie das Anfertigen pornografischer Lichtbilder zulasten eines Mädchens ein.

Impotenz aufgrund von Medikamenten

Er bestritt jedoch die ebenfalls angeklagten beischlafähnlichen Handlungen. Der 61-Jährige verwies dabei auf den Umstand, dass er diese auch nicht hätte ausführen können, da er aufgrund von Medikamenten schon seit mehreren Jahren impotent sei. Dieser Einlassung hielt der Vertreter der Staatsanwaltschaft jedoch der Impotenz widersprechende Chatnachrichten des Dortmunders entgegen.

Im weiteren Verlauf seiner Aussage betonte der 61-Jährige, das kinderpornografische Material nicht verbreitet zu haben. Die Vorwürfe zulasten des anderen Mädchens konnte er weder einräumen noch bestreiten. Dies begründete er mit der Einnahme von Schlaf- und Beruhigungstabletten, die dazu führten, dass er viel vergesse. Eine pädophile Neigung wies der Angeklagte von sich. Die eingeräumten Taten hätten sich „aus der Situation heraus ergeben“.

Kontakt zu Söhnen

Bei der Erörterung seines Werdeganges und insbesondere bei Fragen zu seinen Kindern, versagte dem gelernten Dreher die Stimme. Der Kontakt zu seinen Söhnen habe ihn, so betonte er, letztlich vor der Selbstaufgabe bewahrt.

Am 22. Dezember (Mittwoch) wird der Prozess mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt.

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