100 Jahre DJK „Vorwärts 19“ Ahlen

Pfarrer wurde spontan zum Mitglied

Ahlen

Der Veranstaltungsreigen zum 100-jährigen Bestehen der DJK „Vorwärts 19“ Ahlen fand jetzt mit einem besonderen Gottesdienst in der St.-Bartholomäus-Kirche seine Fortsetzung.

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Dicht gefüllt waren die Bänke der St.-Bartholomäus-Kirche. Mit dem Ablauf knüpften die „Vorwärtsler“ an die alte Tradition des Stiftungsfestes an, die seit einigen Jahren nicht fortgeführt wurde. Foto: DJK

Es war jahrelang fester Bestandteil des „Vorwärts“-Jahres: das Stiftungsfest. Erst ging es mit allen „Vorwärtslern“ in die Kirche, anschließend gingen die Aktiven in die Kneipe. Eine Tradition, die inzwischen ihr Ende fand, doch in diesem ganz besonderen Jahr wieder aufkam.

Zum Gottesdienst aus Anlass des 100-jährigen Vereinsbestehens begrüßte Pfarrer Willi Stroband zahlreiche Gläubige in der St.-Bartholomäus-Kirche. Festlich geschmückt war das Gotteshaus. Die Trikots und Fahnen zeigten: Das ist kein normaler Gottesdienst. Stroband hatte sich direkt angepasst. „Ich hab auf meinem Wäscheständer gekramt, schließlich hab ich ja noch nen Schal von der DJK.“ Den nutzte der Geistliche sofort als Stola und stellte fest, dass er trotz der Nähe zum Lindensportplatz gar kein Mitglied gewesen sei. „Deshalb habe ich noch gar nicht die Vereinszeitung bekommen.“

Die anschließende Abfrage der Anwesenheit zeigte sich knifflig. „Wie lange bist du eigentlich schon bei der DJK?“, wurde der eine oder andere gefragt. Immerhin: Sogar aus der ältesten Riege, der bis zu 70 Jahre Aktiven, hatten einige den Weg in die Kirche gefunden. Und auch von der „Erfolgreichsten Mannschaft von ,Vorwärts‘ im 19. Jahrhundert“ waren gleich fünf Spieler anwesend. Die letzte Meistermannschaft war ebenfalls würdig vertreten durch Michael „Michel“ Strickmann.

Pfarrer Willi Stroband verteilte unter anderem Rosen als Mitbringsel aus dem Gottesdienst. Foto: DJK

Zur Predigt holte Willi Stroband richtig aus, startete einen Streifzug durch die Chronik und stellte schnell fest: „Da ist ganz schön viel aus meiner Heimat drin“, schließlich sei das erste Spiel einer Mannschaft von „Vorwärts“ gegen ein Team aus Gelsenkirchen absolviert worden. Doch die wirklich bekannten Spieler kamen aus anderen Abteilungen: Andreas Preuß zum Beispiel, der aktuelle Manager von Borussia Düsseldorf. Sein Team kommt am 8. Dezember zum Tischtennis-Bundesliga-„Heimspiel“ gegen Saarbrücken in die Friedrich-Ebert-Halle. „Das werde ich mir nicht entgehen lassen“, war Stroband sich sicher. Und auch vom Clubheim schwärmte er: „Keine Selbstverständlichkeit. Bei uns im Handball hätten wir das damals sehr gerne gehabt. So gingen wir nach jedem Training in die Kneipe.“

Passend dazu kündigte der Geistliche nach der Gabenbereitung und der Kommunion die „Happy Hour“ von Clubheim-Wirt Hermann an. Bier, Cola, Fanta und mehr gab‘s da für einen Euro. „Nicht ganz die Preise wie vor 100 Jahren, aber die Richtung stimmt“, stellte Willi Stroband fest und war etwas verdutzt, als er auf den Altar blickte. „Hier liegt auf einmal ein Mitgliedsantrag. Ich kenn meine Daten zwar gerade nicht, aber ich unterschreibe schon mal.“ Also ein weiterer Neuzugang zum runden Geburtstag.

Zum Abschluss gab es noch „Willis obligatorisches Mitbringsel“ aus der Kirche: „Für die Frauen eine Rose, für die Männer einen Kugelschreiber. Oder beides, das könnt ihr euch aussuchen“, kündigte das frischgebackene Mitglied an und verteilte zusammen mit Martin Metzner und Herbert Stemmer jede Menge davon. Die „Vorwärtsler“ ließen es sich in jedem Fall noch gut gehen. Bei „Hermanns Happy Hour“ trafen sich noch so viele im Clubheim, dass der kleine Saal schnell zu klein wurde.

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