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Nachgeholte Gala-Prunksitzung der KG „Klein-Köln“

Piraten im Karibik-Fieber

Vorhelm

Eine Gala-Prunksitzung im Wonnemonat Mai? Die KG „Klein-Köln“ wagte dieses Experiment und belohnte die Besucher mit einem zündenden Programm.

Von Christian Wolff

So viel Polizei bei der Gala-Prunksitzung? Ja, denn Sicherheit wird bei den „Klein-Kölnern“ groß geschrieben. Die Bühnenbeiträge, hier vom Elferrat, kamen wie gewohnt komplett aus eigenen Reihen. Foto: Christian Wolff

Die ersten „Helau“-Rufe kamen noch etwas zaghaft über die Lippen. Schon komisch, außerhalb der Session närrisch zu sein, gaben selbst einige eingefleischte „Klein-Kölner“ zu Beginn der nachgeholten Gala-Prunksitzung im Hof Münsterland zu. Doch spätestens nach dem ersten Gardetanz vergaß das Publikum am Samstagabend fast, dass Aschermittwoch bereits abgehakt, die Bäume draußen schon längst grün sind.

„Egal“, machte Präsident Martin Labus deutlich. Schließlich habe die KG dieses Fest in erster Linie ausgerichtet, damit die Motivation beim Nachwuchs erhalten, lange einstudierte Tänze endlich wieder öffentlich präsentiert werden können. Passend zu den vorsommerlichen Außentemperaturen hatten die Vorhelmer ihr Motto gewählt: „Karibik und Piraterie“ – schwungvoll-locker moderiert von Sitzungspräsidentin Annabell Brockhues. „811 Tage sind seit unserem letzten Karnevalsfest vergangen“, sagte sie. „Ihr habt in den zwei Jahren nichts verlernt!“

Was fürs Publikum galt, zeigte sich auch in den Programmpunkten. Die waren – wie es bei den Hellbachjecken Tradition ist – komplett aus eigenen Reihen auf die Beine gestellt. Ob Tanzgarden von Hellbachfunken bis Hellbachnixen, ob Abteilungen von Prinzengarde bis Elferrat – alle beteiligten sie in irgendeiner kreativen Form. Und trotz aller gewohnten Fröhlichkeit – eines war bei dieser ersten Gala seit Ausbruch der Pandemie anders: Zum ersten Mal kürte die KG kein neues Prinzenpaar. Entsprechend leer blieb das Namensschild an der Tür zur Ehrenloge. Frederik I. (Lohmann) und Tatjana I. (Flötotto) bleiben zwar nominell noch im Amt, ließen in diesem Fall jedoch ihre Regentenkluft im Schrank. Sie wollten bewusst nicht eine Gala mehr als ihre Vorgänger im Prinzenornat erleben. Im kommenden Jahr soll der Ablauf wieder in gewohnte Bahnen gelenkt werden – so Corona will.

Virus in die Schranken gewiesen

Apropos Pandemie: Leon Schwarte erteilte dem unsichtbaren Störenfried des Karnevals in seinem Mottogedicht eine klare Absage. „Was muss man über den Covid-Virus lesen? Verbreitet sich in allen Wesen. Statt in Fledermäusen zu verweilen, findet man ihn heute in allen Landesteilen.“ Welche Wonne es sei, nun wieder in nahezu normaler Form zu feiern, machte Schwarte mehr als deutlich. „Karibik und Piraterie – in ,Klein-Köln‘ gab‘s das noch nie. Nur einen schicken wir jetzt auf die Planke, nämlich den Virus, den weisen wir jetzt in die Schranke!“

Als spritzigen Neuzugang in den KG-Reihen präsentierte die Sitzungspräsidentin anschließend die Gruppe „Konfettis“, die sich gleich als Piratentruppe mit Quiz-Ambitionen eine applausverdächtige Visitenkarte ausstellten. Eine weitere Premiere erlebten die Hellbachsterne an diesem Abend. „Normalerweise sieht man sie nämlich nur beim Kinderkarneval“, wies Brockhues die Gäste hin.

Ehrengast: Stadtprinz Philip I.

Neben den Vertretern vieler befreundeter Karnevalsvereine freuten sich die Vorhelmer über einen besonderen Ehrengast: Philip I. (Rings), Stadtprinz von Ahlen, mit samt Gefolge. „Das ist die erste Galasitzung, seitdem ich im Amt bin“, gestand er stolz, bevor er den Narrenspitzen seinen Prinzenorden verlieh. Sein Motto „Mach dein Ding“ passe doch grandios zu dem, was „Klein-Köln“ hier auf die Beine gestellt habe.

Als „Tanzmariechen in Rente“ hatte Carla Labus später wieder alle Lacher auf ihrer Seite. Ja, das Reimen mache sie noch immer gerne, sagte sie, bevor sie die Bühne den weiteren Tanzdarbietungen überließ. Da gaben sich dann Polizei, Sportler und karibische Damen ein Stelldichein. Und vor dem großen Finale ließen speziell auf Vorhelm gemünzte Gesangseinlagen inklusive Zugabe aufhorchen – mitreißend begleitet von der Kapelle Arnemann.

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