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Ausweitung der Busverbindungen

Politik tut sich noch schwer

Ahlen

Muss der Konzessionsvertrag für die ÖPNV-Ausweitungen zehn Jahre laufen? Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität fanden das zu lang.

Der Umstieg vom Auto auf den Bus soll erleichtert werden. Deswegen weitet die Stadt die Fahrangebote in die Dörfer aus. Foto: Dierk Hartleb

Mit dem Strategiewechsel, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) durch mehr Angebote attraktiver zu machen, tut sich die Politik schwer. Deutlich wurde das am Montag bei den Beratungen im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität über die Vergabe des sogenannten Linienbündels 2 auf den Buslinien nach Vorhelm-Tönnishäuschen (R 51) und Dolberg (459) sowie der Erweiterung des Angebots nach Warendorf (R 35).

Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink stellte den Ausschussmitgliedern das Konzept vor, das eine Ausweitung nach Warendorf um fünf Fahrten von montags bis freitags bis 21.30 Uhr und an Samstagen die Einführung eines Stundentakts zwischen 9.30 und 17.30 Uhr vorsieht.

Ziel ist der Umstieg

Nach welchen Kriterien der Bedarf ermittelt werde, wollte Silvia Hillebrand (FWG) wissen, die sich mit vielen Fragen an den Mobilitätsmanager wandte. Lukas Ossenbrink verwies auf Daten des mit der Mobilitätsplanung beauftragten Fachbüros „plan:mobil“ und erklärte, das Ziel sei, Menschen zum Umstieg auf Bus oder Bahn zu veranlassen.

Gleiches gelte für die Ausweitung des Linienverkehrs nach Dolberg, für den eine Expresslinie ohne die Schleife durch die Bauerschaften unter Einbindung von Ostdolberg vorgesehen ist. Die 15 Expresstouren plus acht sogenannte Langläuferfahrten (mit Bauerschaften) von montags bis freitags und weiteren zwölf Fahrten an Samstagen würden mit 270 000 Euro zu Buche schlagen. Silvia Sörensen (BMA) forderte die Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz, Klaudia Froede, auf, ein waches Auge darauf zu haben, dass die Kosten nicht explodierten.

Europaweite Ausschreibung

In die Reihe kritischer Nachfragen reihten sich Britta Tomsa (FDP), Martin Hegelsmann (CDU) und Ralf Weinekötter (Bündnis 90/Die Grünen) ein. Durch die Bank übten sie Kritik an der in ihren Augen zu langen Laufzeit des Konzessionsvertrages von zehn Jahren, der über den Kreis europaweit ausgeschrieben wird.

Martin Hegelsmann und Ralf Weinekötter brachten statt eines Linienverkehrs ein On-Demand-Konzept ins Gespräch, wie es derzeit in Gronau erprobt werde. Sie befürchteten aufgrund der langen Festlegung eine zu geringe Flexibilität auch bei der Umstellung auf neue Antriebsarten der Busse.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger zeigte sich überzeugt, dass Ahlen in enger Abstimmung mit dem Kreis ÖPNV-mäßig am besten fahre und dass ein Zehnjahresvertrag finanziell deutlich günstiger sei als einer über sechs Jahre. Da die SPD Beratungsbedarf angemeldet hatte, wurde die Entscheidung vertagt.

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