1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Praktikum in der Schule

  8. >

Für Jugendliche ohne Platz

Praktikum in der Schule

Ahlen

Für Jugendliche war es in der Coronazeit besonders schwer, einen Praktikumsplatz zu ergattern. Für alle, die dabei kein Glück hatten, hat die Fritz-Winter-Gesamtschule diese Möglichkeit zur Berufsorientierung in die Schule geholt. 

Elias schneidet dem Frisierkopf unter Aufsicht von Marla Röckemann den Bart Foto: Fritz-Winter-Gesamtschule

Für die Jahrgangsstufe neun der Fritz-Winter-Gesamtschule ist der Unterricht in Deutsch, Mathe, Englisch schon vorbei. In den letzten drei Wochen vor den Sommerferien sammeln sie Erfahrungen im Betriebspraktikum. Und für diejenigen, die in Corona-Zeiten keinen Platz bei Handwerkern, in Kindergärten oder Industriebetrieben gefunden haben, gibt‘s ein berufsorientiertes Alternativprogramm in der Schule – gewissermaßen ein Schul-Praktikum.

„Das erste Praktikum im Januar mussten wir leider absagen, deshalb sind wir froh, dass wir das zweite Orientierungspraktikum vor den Sommerferien nun nutzen können“, berichtet Ines Reicke, Abteilungsleiterin der Jahrgänge neun/zehn.

Zwei reguläre Praktika

Zwei reguläre Praktika in Jahrgang neun führt die Fritz-Winter-Gesamtschule seit einigen Jahren durch, viele Schülerinnen und Schüler können sich so optimal für einen Berufsweg entscheiden und bei potenziellen Ausbildungsbetrieben für sich werben.

„Auch in Ahlen war die Corona-Lage noch lange ungewiss, wir haben deshalb einige Schülerinnen und Schüler ohne Praktikumsplatz. Für sie haben wir die Berufsorientierung in die Schule geholt“, erzählt Ines Reicke. Keine ganz leichte Aufgabe, denn schließlich müssen drei Wochen gefüllt werden. Zudem dürfen laut Vorgaben des Landes keine Unterrichtsinhalte – etwa in Mathe oder Englisch – gelehrt werden, da die Schülerinnen und Schüler im Praktikum sonst Nachteile haben könnten. Ines Reicke: „Also haben wir uns entschlossen, möglichst viele Betriebe in die Schule zu holen.“

Kontakte hergestellt

Organisiert wurden die drei Wochen schließlich in der Hauptsache durch die Lehrkräfte Tobias Hahne, Berthold Jaster, Barbara Haubner-Brinker und Kevin Köstler. Sie haben viele Kontakte hergestellt und überlegt, welche praktischen Elemente eingebaut werden können.

Zum Auftakt ging’s gleich ran an die Haare, die Friseurinnen von „InGo & Hair Team“ aus Hamm stellten ihren Beruf vor. Und das nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch: An mitgebrachten Frisierköpfen übten die Schülerinnen und Schüler Haare schneiden, toupieren, Dauerwellen rollen oder Ansätze färben.

Auch für die Friseurgesellin Cindy Stork und ihre Kollegin Maria Röckemann war das eine Premiere: „Das ist das erste Mal, dass wir mit einer Schule kooperieren. Alle haben supergut mitgemacht“, freuten sie sich über die Zusammenarbeit.

Startseite