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Imker Hubertus Beckmann

Presshonig aus dem Kastanienwald

Ahlen

Pressen statt schleudern: Hubertus Beckmann schwört auf seine traditionelle Art der Honiggewinnung. Seine Produkte vertreibt er auf dem Ahlener Wochenmarkt.

Martin Feldhaus

Press- oder Schleuderhonig? Das macht keinen Unterschied? Weit gefehlt! „Das Pressen ist die traditionelle Art, Honig herzustellen“, weiß Imker Hubertus Beckmann. Hierbei wird der Honig an der Wabe ausgepresst. Der Vorteil im Vergleich zum heute fast ausschließlich praktizierten Schleudern: Beim Pressen bleiben die Honigmoleküle unversehrt, Wachsbestandteile und Pollen werden nicht herausgelöst, sondern bleiben im Honig und sorgen für ein geschmackvolleres Endprodukt. Verständlich also, dass Beckmann auf diese traditionelle, aber auch aufwendigere Art der Honiggewinnung setzt.

Seine Produkte aus der „Speise der Götter“ bietet der Berufsimker aus Ascheberg seit April dieses Jahres auch auf dem Ahlener Wochenmarkt an, wo er immer samstags seinen Stand an der „Alten Apotheke“ aufstellt und demonstriert, wie vielfältig der gute alte Honig ist. Lippenbalsam, Honigwein, Bärenfang, Kerzen oder Shampoo: Das alles gibt es mit und aus Honig. Und dann ist da natürlich noch das Kernprodukt: 20 verschiedene Honigspezialitäten aus 15 verschiedenen Honigen kann der Imker anbieten. Honig mit Zimt, Sanddorn und vielen weiteren Zusätzen. Eine Vielfalt, die viele Ahlener zugleich begeistert und überrascht.

„Das ist ja eine echte Entdeckung“, befindet etwa eine Dame, der der Honigstand am Samstag zum ersten Mal auffällt. Eine Aussage, die Beckmann auf dem Wochenmarkt häufiger hört.

Hubertus Beckmann

„Ich mache hier noch oft meine ersten Marktbegegnungen“, sagt er. Kein Wunder, denn der Start im April, mitten in der Hochphase der ersten Pandemiewelle, war nicht unbedingt einfach. Aber immer noch besser als in Glandorf bei Osnabrück, wo Hubertus Beckmann zuvor samstags seinen Honig angeboten hatte. „Da ist der Markt im März völlig zusammengebrochen“, erinnert er sich.

Ein Umstand, von dem Ahlens Marktmeister Dietmar Kisolowski Wind bekam und der dann dafür sorgte, dass Beckmann ab April zum Wochenmarkt kam. Und diesen Schritt hat der „Honigsommelier“ trotz der Anlaufschwierigkeiten nicht bereut. „Ich fühle mich in der Marktfamilie wohl“, betont er und hofft, auch aufgrund der ausgefallenen Weihnachtsmärkte, die normalerweise einen erheblichen Teil seines Jahresumsatzes ausmachen, dass künftig noch mehr Ahlener auf den Geschmack seines Honigs kommen. Es gäbe schließlich „fantastische Rezepte mit Honig“, erklärt er. Zum Beispiel sei die Kombination aus Honig und Käse eine, die passt und überrascht. Natürlich hat Beckmann noch weitere Spezialrezepte für und mit Honig, die er jedoch nicht preisgeben möchte.

Hubertus Beckmann

Dafür verrät er aber, wo sein Honig herkommt: So habe er Standvölker und Wandervölker. Während erstere bei seiner Imkerei in Ascheberg stehen, erkunden letztere vom Sauerland aus die Bundesrepublik. Der Honig auf dem Ahlener Markt kommt dann beispielsweise aus einem Heidelberger Kastanienwald. Und natürlich wird er, wie eingangs erwähnt, gepresst und nicht geschleudert.

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