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Bürgermeister hält an Plänen fest

Rathaus-Neubau „nicht verhandelbar“

Ahlen

In einer Krise wie der Corona-Pandemie sei „kopfloses Sparen“ das falsche Rezept, erklärte Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Er will an den größten Investitionsvorhaben im kommenden Jahr festhalten.

Peter Harke

Seine politischen Zielsetzungen für die kommenden Jahre skizzierte Bürgermeister Dr. Alexander Berger bei der Einbringung des städtischen Haushaltsplanentwurfs 2021 im Rat. Foto: Peter Harke

Trotz eines erwarteten Haushaltsdefizits von 2,7 Millionen Eu­ro will Dr. Alexander Berger an den größten für das kommende Jahr geplanten Investitionsvorhaben „uner­schütterlich festhalten“. Das bekräftigte der Bürgermeister am Donnerstag in seiner Rede zur Einbringung des Etatentwurfs 2021 im Rat. Neben dem Rathaus-Neubau – veranschlagt mit 7,6 Millionen Euro – zählte Berger die Erweiterung der Fritz-Winter-Gesamtschule (3,1 Mio.), das Integrierte Handlungskonzept Süd-Ost (3,1 Mio.), die Sanierung der Südenkampfbahn (1,5 Mio.) und den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Dolberg (1,3 Mio.) als Projekte auf, die für ihn „nicht verhandelbar“ seien.

Dr. Alexander Berger

Ausführlicher ging der Verwaltungschef auf den Neubau des Stadthauses ein. Er zeigte sich erleichtert, dass das Preisgericht zum Architektenwettbewerb nun doch am 17. Dezember tagen kann und der Zeitplan somit nicht in Verzug gerät. Weiterhin zuversichtlich ist Berger auch hinsichtlich der Finanzierbarkeit dieses „wichtigsten Infrastrukturvorhabens der kommenden Jahrzehnte“. „Zins und Tilgung sind gesichert“, erklärte er. Bis 2024 sollen aus dem städtischen Haushalt 52,6 Millionen Euro in den „Bürgercampus“ investiert werden. „Wir tun das“, so Berger, „weil wir es uns erlauben können und müssen.“ In einer Krise wie der Corona-Pandemie sei „kopfloses Sparen“ das falsche Rezept. Dem Rat und der Öffentlichkeit sicherte der Bürgermeister „verantwortungsvolle Kostenplanung, kritisches Con­trolling und maximal zulässige Transparenz“ zu. Dazu verpflichte er sich auch „ganz persönlich“.

Dr. Alexander Berger

Den Bürgern schulde man Verlässlichkeit, stellte Berger fest und erinnerte an die geringe Beteiligung an der Kommunalwahl von knapp unter 50 Prozent: „Das sollten wir gemeinsam als Aufforderung verstehen, den häufig vielen verlorenen Worten sichtbar Taten folgen lassen.“

Messen lassen will sich der Erste Bürger auch an seinem Wahlkampfversprechen, Ahlen bis 2030 zu einer „klimaneutralen Stadt“ zu machen. Die neu geschaffene Stabsstelle für Klimaschutz werde sowohl öffentlich geförderte Projekte anstoßen und begleiten wie private Initiativen unterstützen, um dieses Ziel zu erreichen.

Der Digitalisierung misst Berger ebenfalls höchste Priorität bei. Im Schulsektor sei Ahlen bei diesem Thema schon weiter als viele andere Kommunen. Corona habe aber auch aufgezeigt, welchen Nachholbedarf es noch gebe, deshalb müsse das digitale Schulnetz weiter konsequent ausgebaut werden.

Eine weitere große Herausforderung sieht der Bürgermeister darin, „die medizinische Versorgung in Ahlen in gleichbleibender Qualität zu erhalten“. Ob die Einrichtung eines kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) eine Antwort auf den drohenden Hausärztemangel sein könnte, werde noch zu diskutieren sein. Eine klare Absage sollte jedoch allen „noch immer schwelenden Plänen“ erteilt werden, in kleinen und mittleren Städten Krankenhausbetten abzubauen. Wenn Deutschland vergleichsweise glimpflich in der Pandemie davongekommen sei, dann wegen seines „herausragenden“ Gesundheitssystems. Dafür, dass das so bleibt, sollten auch die im Rat vertretenen Parteien sich über ihre Abgeordneten in Land und Bund einsetzen.

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