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Thomas Schneider setzt auf den Sommer

Richtige Zeit für eine Reisebüro-Eröffnung

Ahlen

Reisebüro-Eröffnung in Corona-Zeiten? Und das auch noch am Tag vor Heiligabend? Thomas Schneider ist überzeugt, dass sein Wagnis in der Ahlener Fußgängerzone aufgeht.

Von Ulrich Gösmann

Aus dem ehemaligen DER-Reisebüro wird „Piwis Reisewelt“. Thomas Schneider eröffnet am 23. Dezember. Foto: Ulrich Gösmann

Wer eröffnet denn in diesen Corona-Zeiten freiwillig ein Reisebüro? Thomas Schneider hebt reflektorisch den Zeigefinger – und lacht: „Ja ich! Das sei im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee gewesen. Bei einem Ouzo auf Kreta. Einen Tag vor Heiligabend will er mit seinem Reisebegleiter Ronald Zent in der Ahlener Fußgängerzone durchstarten. Der eine erfüllt Urlaubs-, der andere Immobilienwünsche. Dass ihre Anlaufstelle ein ehemaliges Reisebüro ist, das in Corona-Zeiten schloss, ist reiner Zufall.

Der Essener Thomas Schneider kam 1989 als Zeitsoldat nach Ahlen. Seinen Spitznamen „Piwi“ aus der Schulzeit hatte er gleich mitgebracht. Nach der Bundeswehr wechselte er in den IT-Bereich, entwickelte für Reiseveranstalter Web-Seiten und Kataloge. „Ich bin da reingerutscht und habe mir irgendwann gedacht: Das kannst du auch selbst machen.“ Im Jahr 2017 meldete Schneider sein Gewerbe an. Heute ist er als mobiler Reiseberater unterwegs, ohne wirklich an seinem Ziel angekommen zu sein. „Ich habe immer rumgesponnen, ein eigenes Reisebüro zu eröffnen“, sagt der 53-Jährige. dessen Alter im April an einer Poolbar auf Kreta den Ausschlag gab, es jetzt zu machen. Denn, so Reisebegleiter Ronald Zent: „Mit 60 machst du es auch nicht mehr.“

So verrückt die Idee auch klingt: Schneider geht‘s mit Verstand an. Ohne das Landesprogramm zur Stärkung der Innenstädte hätte er den Schritt in die mittlere Fußgängerzone nie gewagt. 20 Prozent der ursprünglichen Mietkosten sind in den nächsten zwei Jahren zu zahlen. Der Wahl-Ahlener weiß um die augenblickliche Situation in der Reisebranche. In den letzten zwei Jahren habe er damit selbst kein Geld verdient. Aber: viel Erfahrung mit der Abwicklung gesammelt.

Thomas Schneider

Dass er ausgerechnet einen Tag vor Heiligabend eröffnet, wenn der Fokus mehr auf Last-Minute-Geschenken als auf Last-Minute-Reisen liegt, ist ebenso durchdacht. „Ich rechne nicht damit, dass jemand reinkommt. Ich wollte nur ein Signal setzen“, erklärt er. Nach Weihnachten komme man zur Ruhe und schmiede im Familienkreis erste Urlaubspläne. Das bringe ihn dann vielleicht ins Spiel. In der Pandemie hätten viele die Vorzüge des lokalen Reisebüros wieder zu schätzen gewusst. Persönliche Ansprechpartner hätten gegen überlastete Service-Hotlines ganz klar gepunktet, die meist nicht einmal mehr erreichbar seien.

Der Neustarter blickt optimistisch ins Jahr 2022: „Ab April wird‘s wieder was. Und der Sommer wird gut.“ Erste Buchungen für Mallorca habe er bereits. Dass ein zweiter Schwerpunkt des ausgebildeten Skilehrers Skireisen sind, ist ein anderes, für ihn ganz großes Thema. Sogar einen Acht-Sitzer für eigene Touren habe er sich angeschafft.

Mit Ronald Zent hat Thomas Schneider einen Partner im Büro, der seit vielen Jahren in der Immobilienbranche tätig ist. Im Team der Homann-Immobilien in Münster sieht er jetzt auch eine attraktive Anlaufstelle in Ahlen gefunden.

Landesprogramm wirkt in Ahlen

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