1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Rosenbaum-Straße in der Kaserne?

  8. >

Gedenken an kampflose Stadtübergabe

Rosenbaum-Straße in der Kaserne?

Ahlen

In kleinster Besetzung, ohne Besucher und Ehrengäste, wurde am Mittwochvormittag der kampflosen Übergabe der Stadt Ahlen zum Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Christian Wolff

Stilles Gedenken ohne Gäste: Oberfeldarzt Uwe Sadlowski, Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Freundeskreis-Vorsitzender Thomas Kras und Sanitäter Florian Schmidt (v.l.). Foto: Christian Wolff

Was aus heutiger Sicht als mutig und weitsichtig gilt, war damals riskant, gar lebensgefährlich: Am 31. März 1945 machte sich Oberfeldarzt Dr. Paul Rosenbaum mit einer weißen Friedensfahne auf den Weg in Richtung Walstedde zu den anrückenden amerikanischen Truppen, um weitere Kampfhandlungen und damit viele Tote und Verletzte zu verhindern.

Humanes Handeln wichtiger denn je

Das Vorhaben gelang und brachte Rosenbaum nach dem Zweiten Weltkrieg den Titel „Retter von Ahlen“ ein. Mit einem stillen Gedenken wurde am Mittwochvormittag an diese kampflose Übergabe der Stadt Ahlen erinnert. Die Kranzniederlegung erfolgte vor der Stadtbücherei an der Südenmauer, wo ein Stein mit Relief und zwei Gedenktafeln auf das humane Handeln von Oberfeldarzt Dr. Paul Rosenbaum, aber auch auf den damaligen amerikanischen Befehlshaber Colonel Sidney Hinds hinweisen.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger legte einen Kranz nieder. Foto: Christian Wolff

Stadt, Standort und Freundeskreis Ahlener Soldaten nehmen den 31. März seit Jahren zum Anlass, die dramatischen Ereignisse um Ostern 1945 zu rekapitulieren. Zum zweiten Mal mussten die Akteure jedoch auf Ehrengäste, Redner und weitere Besucher verzichten. Stattdessen gab es nur ein kurzes Innehalten.

„Die Mahnung für den Frieden darf nicht einfach ausfallen“, sagte Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Es gebe noch immer viele Kriege und Konflikte auf der Welt, die angesichts der Pandemie aus dem öffentlichen Bewusstsein geraten. Umso wichtiger sei es, die Erinnerung an jenes vorbildliche Handeln vor 76 Jahren wach zu halten und Menschen in schwierigen Zeiten zu guten Taten zu motivieren.

Festakt „75 Jahre Kriegsende“ möglichst nachholen

Berger wies in diesem Zusammenhang auch auf die anstehende Umgestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes hin. Thomas Kras, Vorsitzender des Freundeskreises Ahlener Soldaten, hofft darauf, bei der Einweihung des sogenannten Platzparks auch die Feierstunde „75 Jahre Kriegsende in Ahlen“, die coronabedingt ausfallen musste, würdig nachholen zu können.

Oberfeldarzt Uwe Sadlows­ki, der gemeinsam mit Stabsunteroffizier Florian Schmidt, Sanitäter im Sanitätsversorgungszentrum, die Bundeswehr vertrat, berichtete, dass es eine noch immer namenlose Straße auf dem Gelände der „Westfalen-Kaserne“ gibt, die ebenfalls den Namen Rosenbaums tragen könnte. „Sie führt direkt am San-Bereich vorbei, weshalb das auch thematisch umso passender wäre“, so der Standortarzt. Der Vorschlag, der laut Thomas Kras auch vom Freundeskreis unterstützt wird, befinde sich bereits in der Prüfung, die sich allerdings aufgrund der aktuellen Umstände verzögere.

Startseite