1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Samstags später entsorgen

  8. >

Betriebsausschuss-Beschluss zu Wertstoffhof-Öffnungszeiten

Samstags später entsorgen

Ahlen

Eine alte Diskussion entflammte am Donnerstag im Betriebsausschuss neu: Der Werstoffhof soll nach Mehrheitsbeschluss ab Juli samstags bis 16 Uhr geöffnet haben statt bislang nur bis 14 Uhr.

Von Christian Wolff

Zum kommenden Monat soll die längere Öffnung des Wertstoffhofs am Samstag greifen. Damit hätte die Ahlener Einrichtung länger geöffnet als alle anderen im Kreisgebiet. Foto: Ulrich Gösmann

Samstagnachmittag den Rasen mähen, Sträucher oder Hecke schneiden und das Grün direkt entsorgen? Demnächst möglich, denn der Wertstoffhof wird seine Tore künftig auch am Samstag bis 16 Uhr öffnen. Der Betriebsausschuss folgte damit am Donnerstagabend einem entsprechenden CDU-Antrag, der zum 1. Juli wirksam werden und bis zum Ende der Vegetationszeit im November gelten soll – vorbehaltlich der Zustimmung des Personalrats.

Vorausgegangen war eine längere Grundsatzdiskussion, bei der Frank Buntrock, Gruppenleiter Entsorgung bei den Ahlener Umweltbetrieben und für diesen Tagesordnungspunkt eigens aus dem Urlaub zurückgekehrt, mehrfach deutlich machte, dass es für eine Änderung der Öffnungszeiten aktuell keinen Anlass gebe – eigentlich. „Entsprechende Wünsche aus der Bürgerschaft sind bisher nicht an uns herangetragen worden, weder persönlich noch schriftlich“, sagte er – und warnte letztlich davor, eine Art „Mülltourismus“ aus den umliegenden Städten nach Ahlen zu holen. Schließlich machten alle anderen vergleichbaren Einrichtungen im Kreisgebiet am Samstag ihre Tore zwischen 12 und 14 Uhr dicht.

Bröer bezweifelt nachhaltigen Nutzen

„Diese Diskussion verfolgt uns schon seit gefühlt 20 Jahren“, meinte Grünen-Vertreter Dieter Bröer. „Immer wieder habe ich den Eindruck, dass es subjektive und objektive Eindrücke von der Nutzung des Wertstoffhofes gibt.“ Auch er zweifelte an der Notwendigkeit der längeren Öffnung am Samstag. Seiner Meinung nach könnten viele, die dann zum Ostberg fahren, ihren Grünschnitt oder Bauschutt genausogut auch in der Woche entsorgen. Für ein paar Menschen mehr Zeit und Personal am Wochenende vorzuhalten, sei nicht unbedingt zielführend. „Auch wenn Sie am Samstag bis 18 Uhr öffnen, kommt sicher jemand vorbei. Aber das kann es doch nicht sein.“

Das sah Dennis Kykal (CDU) gänzlich anders: Die Zahlen der aktuellen Kassenauswertung zeigten, dass der Samstag der meistfrequentierte Tag der Woche sei. Darauf gelte es zu reagieren. „Dafür sehen wir die von der Verwaltung vorgeschlagene Verlängerung am Donnerstag als eher weniger sinnvoll an“, meinte er. Älteren Zahlen aus der Zeit um 2011/12, die Frank Buntrock zitierte, erteilte Kykal eine Absage: Die Lebenswelt habe sich im vergangenen Jahrzehnt eben geändert. Der Vorschlag der BMA – „Lieber Mittwoch schließen und morgens später öffnen“ (Josef Weber) – blieb im Raum stehen. „Wir können uns auch mit dem CDU-Vorschlag anfreunden, bevor der Müll wieder vermehrt in der Wildnis landet.“

Letztlich stimmten acht Ausschussmitglieder für den CDU-Vorschlag, der laut Fraktion „sicher nicht in Stein gemeißelt ist“, sechs dagegen. Es gab eine Enthaltung. Der SPD-Vorschlag – unter anderem wochentags ab 9 Uhr öffnen, an einem Wochentag bis 17 Uhr – fand nur fünf Ja-Stimmen.

Startseite
ANZEIGE