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Solarpark Ahlen im Aufbau

Schacht 3 setzt auf die Sonne

Ahlen

Energiewende auf Schacht 3 der ehemaligen Zeche Westfalen in Ahlen: Ein Solarteppich legt sich über ein eineinhalb Fußballfelder großes Areal. Aus Sonne wird Strom, der 1000 Musterhaushalte versorgen könnte.

Ulrich Gösmann

Stahlpfosten auf ganzer Fläche: In Kürze schließen 8000 Einzelmodule zu einem Solarteppich, der Energie für 1000 Musterhaushalte liefern soll. Foto: Ulrich Gösmann

Sonne hat das Areal von Schacht 3 im Dezember wenig gesehen. Die wird sie jedoch brauchen, wenn der Solarpark Ahlen Maximalenergie tanken will. Seit Mitte des Monats laufen die Arbeiten an dem mit rund zwei Millionen Euro veranschlagten Projekt, das Investoren aus dem Süden der Republik abseits der Guissener Straße verwirklichen. In einem zweiten Bauabschnitt voraussichtlich auch mit Ahlener Beteiligung.

Viel zu sehen ist im Vorbeifahren nicht, wohl aber zu hören, wenn gearbeitet wird: Ein monotones „Tock, Tock, Tock“ schickt der Montagetrupp bis in den Ostenstadtteil, in dem metallische Geräusche seit Tagen für Rätselraten sorgen. Möglicherweise ist das die Antwort. Die Firma Schoenergie aus Föhren im Landkreis Trier hat als Generalunternehmen die Regie übernommen und wird auch in der Betreibergesellschaft SE/SWT Solarkraftwerke GmbH die Mehrheitsanteile halten. Ihr an der Seite stehen die Stadtwerke Trier – in Ahlen.

Erinnerungen an Schacht 3... Foto: Ulrich Gösmann

Gerd Schöller, Geschäftsführer der Schoenergie, teilt das Projekt in zwei Bauabschnitte. Ein Großteil falle ins erste Jahr. Die Splittung sei der weiteren Förderberechtigung im Folgejahr geschuldet. Dann sollen auch Ahlener mit ins Boot genommen werden. „Die Drehstrom Ahlen möchte sich beteiligen. Wir haben gesagt, dass wir sie unterstützen“, betont der 33-Jährige.

Rüdiger Fischer (WES Green GmbH)

Auf 14 000 Quadratmetern Fläche werden jetzt verzinkte Stahlpfosten in den Boden gerammt. Auf ihnen liegen in Kürze die Modultische, im 180-Grad-Winkel Richtung Süden der Sonne zugewandt. 100 Meter ist jede der 33 Reihen lang, aus Verschattungsgründen halten sie vier Meter Abstand. Die Fläche entspricht der Größe von eineinhalb Fußballfeldern, die in Kürze von einem Solarteppich überdeckt ist.

Gerd Schöller ist Geschäftsführer der Schoenergie GmbH. Foto: Ulrich Gösmann

Beim Ratsbeschluss zum Bebauungsplan im Sommer 2018 waren 2,25 Megawatt peak Leistung (MWp) errechnet worden. Jetzt sind es 2,9. Rüdiger Fischer, Projektentwickler bei der WES Green Gmbh in Trier, erklärt die Leistungssteigerung: „Es hat in den letzten Jahren eine Revolution in der Photovoltaik stattgefunden. Die Module werden immer stärker.“ 8000 von ihnen stehen nach Fertigstellung zum kollektiven Sonnenbaden in Reih und Glied. Die Montage innerhalb des ersten Bauabschnitts, , lässt der Betreiber wissen, erfolgt Anfang 2021.

Das Feld ist bestellt. Foto: Ulrich Gösmann

Ludger Schweck, Leiter Netzservice Strom bei den Stadtwerken Ahlen, rechnet die Leistungsfähigkeit der Anlage um: Rund 1000 Musterhaushalte könnten demnächst mit Strom von Schacht 3 versorgt werden. Der Solarpark werde nahe der Station am Meisterweg ins 10-KV-Netz der Stadtwerke eingebunden.

Die Schoenergie GmbH sieht mit diesem Projekt und einem weiteren parallel laufenden in Lünen ihren Einstieg, um in der Region aktiv zu werden. Im Februar, lässt der Geschäftsführer noch wissen, habe sein Familienunternehmen (60 Beschäftigte) ein eigenes Büro in Münster bezogen, um nah dran zu sein. Die Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts soll unter der Frühlingssonne erfolgen.

Nach den Festtagen geht‘s gleich weiter. Foto: Ulrich Gösmann
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