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ADFC zu Klimatest

Scharf: „Klarer Auftrag an die Stadt“

Ahlen

Ein ganz gutes Ergebnis, ja. Aber nichtsdestotrotz hat Ahlen in Sachen Fahrradfreundlichkeit noch Luft nach oben, findet ADFC-Vorsitzender Michael Scharf

wn

2017 öffnete die Stadt für Radfahrer Einbahnstraßen auch in Gegenrichtung. Beim Test wurde das jetzt honoriert. Foto: Stadt Ahlen

Nicht ganz so euphorisch wie Bürgermeister Dr. Alexander Berger bewertet Michael Scharf das Abschneiden von Ahlen beim bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Test 2020. Zwar freut sich auch der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe über Platz neun unter 110 Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern. „Aber mit einer Durchschnittsnote von 3,48 können wir nicht wirklich zufrieden sein“, so die Einschätzung von Scharf. „Das ist gerade mal befriedigend bis ausreichend. Das Ziel muss sein, ein gutes Fahrradklima zu schaffen, und da ist noch eine Menge zu tun.“

320 ausgefüllte Fragebögen

Positiv aus Scharfs Sicht: Mit 320 ausgefüllten Fragebögen habe sich eine erfreulich große Anzahl Ahlener Bürger beteiligt. Das zeige das große Interesse und Engagement, das seitens der Bürgerschaft eingebracht wird. „Damit geht aber auch ein klarer Auftrag an die Stadt einher“, so Scharf weiter. „Die bisher umgesetzten Konzepte können nur der Startschuss für die weitere und kontinuierliche Entwicklung zur fahrradfreundlichen Stadt sein. Ich hoffe, die Entscheidungsträger bringen den Mut auf, konsequente Lösungen zur Förderung des Radverkehrs zu finden. Ein Beispiel aus der Vergangenheit sei genannt: die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in beide Richtungen. Was teils hitzig diskutiert wurde, wird in der Umfrage mit überwältigender Mehrheit positiv bewertet.“ Das führe unter anderem zu einer guten Erreichbarkeit der Innenstadt, was die Teilnehmer ebenfalls positiv bewerteten.

Kritik werde vor allem an der Qualität der Radwege geübt. Breite und Oberflächenqualitäten ließen zu wünschen übrig. Auch die Führung von Radwegen könnte vielerorts besser und eindeutiger sein. „Dies könnte auch zu einem gesteigerten Sicherheitsgefühl für Radler und weniger Konflikten mit dem Kfz-Verkehr und Fußgängern führen“, mutmaßt Michael Scharf. Das Fahrradfahren auf der Straße dürfe dabei aber keinesfalls wieder rückgängig gemacht werden. Fahrradfahrer seien gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer.

Sobald es die Corona-Lage wieder zulässt, möchteder ADFC Ahlen erneut mit der Stadt und der Bürgerschaft in den Dialog treten und ganz konkrete Ansatzpunkte für eine zukunftsfähige Radinfrastruktur besprechen.

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