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Mobiles Impfteam auf dem Marienplatz

Schlange trotzt dem Regen

Ahlen

Die Schlange stand – auch im Regen. Über 100 Impfwillige kamen am Samstagnachmittag zum Ahlener Marienplatz.

Von Peter Schniederjürgenund

Die Schlange der Impfwilligen auf dem Marienplatz – mal in der Sonne, mal im Regen. Das Interesse reißt auch beim Ortstermin am Samstagnachmittag nicht ab. Foto: Peter Schniederjürgen

Nicht mal die heftigen Schauer am Samstagnachmittag hielten weit über 100 Impfwillige davon ab, sich auf dem Marienplatz gegen Corona impfen zu lassen. Vor der Kirche hatte sich der Impfzug der Kassenärztlichen Vereinigung aufgebaut. Schon zu Beginn gegen 15 Uhr zog sich eine Menschenschlange bis auf die Weststraße. „Wir werden hier in zwei Zügen impfen“, sagte Leiter Jens Meininghaus.

„Die Jungs sollen wieder ihr normales Leben führen können“, stellte Tanja Tammen mit ihren Söhnen Ben, (12) und Timo (14) klar. „Sonst werden wir zweimal in der Woche getestet“, erzählte Ben. Die beiden Tammen-Jungs besuchen die Overbergschule. Mit der Impfung soll nun der erste Schritt in die Testfreiheit unternommen werden.

Der Pieks fürs normale Leben: Die Brüder Ben (l.) und Timo sind mit ihrer Mutter Tanja Tammen auf dem Marienplatz. Foto:

Während sie die Unterlagen ausfüllten, führten die beiden begleitenden Ärzte Dr. Zübeyde Akkart und ihr Kollege Dr. Bernd Dahlmeier die Aufklärungsgespräche. „Wir haben tatsächlich meist nur Fragen zu den Impfstoffen“, gab die Ärztin an. Die Wartenden hatten offensichtlich kaum Bedenken wegen eventueller Nebenwirkungen. Die Freude über die einfache Impfmöglichkeit überwog. Hier konnten die Impflinge sich auch entscheiden, welchen Wirkstoff sie haben möchten.

Anton Nosenko bekommt die Spritze von Svenja Jagasch. Foto:

Das Arztgespräch hatte Anton Nosenko schnell hinter sich gebracht. Mit seinen Papieren gab er sich vertrauensvoll in die Hände von Svenja Jagasch. Sie gehört zum Impfteam und hat schon zahllose Impfdosen verabreicht. Routiniert wird der Oberarm des 18-Jährigen desinfiziert. Die Spritze angesetzt, ein schneller Pieks und der Weg zum so vieles erleichternden, entscheidenden „G“eimpft ist beschritten. Gleich dabei der Termin für die Folgeimpfung.

Selbst die prasselnd niedergehenden Schauer hielten die Wartenden stoisch aus. Unter Regenschirmen, in Ladeneingängen oder wo immer der Regen nicht so gut hinkam, drängten sich die Menschen – natürlich ganz coronakonform mit Masken.

Pause für Philipp Dangmann. Der ist ehrenamtlicher DRK-Sanitäter und Fahrer des Zuges. „Nach dem Aufbau kümmere ich mich um die Wartenden“, so der Sanitäter. Heute ist noch nicht viel passiert. Doch er kennt es auch anders. „Einige Zeitgenossen sind übernervös. Die versuche ich dann zu beruhigen“, berichtet er. Meist gelingt es ihm mit einem niederschwelligen Gespräch. „Doch im Notfall, das kommt gelegentlich auch vor, muss schon mal ein Kreislauf stabilisiert werden“, hat der DRK-ler erfahren. Doch er hebt hervor, dass so etwas nichts mit dem eigentlichen Impfen zu tun hat. „Das liegt vielleicht an der Angst vor Spritzen oder auch an den unsinnigen Gerüchten, die um diesen kleinen Einstich kursieren.“

Dr. Zübeyde Akkart berät die Impfwilligen.. Foto:

Nur schnell die Impfung holen und dann wieder ein weitgehend normales Leben führen: „Die Tests sind bald kostenpflichtig, das ist uns auf die Dauer zu teuer“, begründet Erag Yaprak die Impfentscheidung. Er steht geduldig mit Freund Kerim Kiren in der Schlange. Außerdem geht es bald in den Urlaub und den wollen sich die jungen Männer nicht durch Auflagen vermiesen lassen. Für sie heißt es für den Moment: Nur noch 40 Leute bis zum ersten Schritt in die neue Freiheit.

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