1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Schluss mit der Salamitaktik

  8. >

Aufforderung an Bürgermeister

Schluss mit der Salamitaktik

Ahlen

Sollen mit einem vorzeitigen Fällen von Bäumen auf dem Ahlener Rathausparkplatz Fakten für den Stadthaus-Neubau geschaffen werden? FWG-Chef Heinrich Artmann interveniert.

Von Dierk Hartleb

Stadtbaurat Thomas Köpp hat kürzlich angekündigt, vorbereitende Maßnahmen auf dem Rathausparkplatz treffen zu wollen, also die Bäume zu beseitigen.  Foto: Ulrich Gösmann

Eigentlich sollte nach Ratsbeschluss bei 44 Millionen Euro der Deckel auf dem Stadthausneubau sein. Doch danach sieht es derzeit nicht aus, wie sich FWG-Chef Heinrich Artmann sorgt. Bedenken, die auch in anderen Fraktionen geteilt werden. Deshalb sucht Artmann jetzt die Offensive und fordert Bürgermeister Dr. Alexander Berger auf, streng darauf zu achten, dass erst die Ausschreibungsergebnisse vorliegen, bevor erste Bauleistungen vergeben werden.

Stadtbaurat Thomas Köpp hatte kürzlich in der ersten Zusammenkunft des sogenannten Begleitausschusses Bürgercampus mit seiner Ankündigung für Verwirrung gesorgt, ab Januar mit vorbereitenden Maßnahmen auf dem Rathausparkplatz bereits beginnen zu wollen, wo das Stadthaus errichtet werden soll. Zwischen dem 1. März und 30. September darf nämlich kein radikaler Baumschnitt erfolgen. Damit wolle die Stadt Fakten schaffen, ohne dass Klarheit über die tatsächlichen Baukosten des Projekts herrsche, so Artmann. Die seien derzeit aus verschiedenen Gründen wie Materialmangel und Lieferengpässe seriös kaum zu ermitteln, wobei auch der Ukrainekrieg eine Rolle spiele. Aufgrund dieser Situation verschöben „viele Bauherren, öffentliche und private, ihre Neubauprojekte. Nicht so die Stadt Ahlen“, kritisiert der Chef der Freien Wählergemeinschaft.

Durch diese „scheibchenweise Vorgehensweise“ befürchte die FWG, in eine Art Alternativlosigkeit zu einem Neubau gedrängt zu werden. Auf die CDU und die SPD könne sich die Verwaltung bei diesem Vorgehen ja verlassen.

FWG-Chef Heinrich Artmann

Für Heinrich Artmann steht fest: „Wir gehen weiterhin davon aus, dass das Gesamtprojekt, aber auch schon das erste Teilprojekt Stadthaus, die Stadt überfordern wird.“ Auch zum geplanten Bürgerforum mit Stadthalle sagt die FWG in der beschlossenen Größenordnung Nein. „Es passt ganz sicher nicht in diese Zeit“, so Artmann. Er richtet an Berger den Appell, auf die zuvor beschriebene Salamitaktik zu verzichten. Vorsorglich kündigt der FWG-Vorsitzende an, dem Haushaltsplanentwurf die Zustimmung zu verweigern, „damit keine Gelder aus dem nächsten Haushalt hierfür genommen werden können“.

Startseite