1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Schönes Beispiel für „wahren Bürgersinn“

  8. >

200 Meter Olferadweg fertiggestellt und freigegeben

Schönes Beispiel für „wahren Bürgersinn“

Ahlen

Der neue Olferadweg lädt ein zur Tour durch die Natur.

wn

Foto: Stadt Ahlen

Wo sich früher Radler über ein Pättken am Bachrand den Weg bahnten, können sie nun seit Donnerstag ganz offiziell einen „richtigen“ Radweg benutzen. Bürgermeister Dr. Alexander Berger gab das 200 Meter lange Teilstück zwischen Klingerstraße und der Olfebrücke am Böcklinweg für den Fahrradverkehr frei. Staub und Schotter gehören hier der Vergangenheit an, stattdessen rollen die Räder nun sanft und lautlos über eine drei Meter breite materialschonende Asphaltdecke.

Einen gut ausgebauten Anschluss besitzt der Radweg ebenso Richtung Süden. 60 Meter lang ist der Zubringer, der von der scharfen Kurve an der Schinkelstraße auf die Olfebrücke zuführt. Von dort geht es entlang der Olfe auf dem Zweirad stadtauswärts weiter. Kernstück des neu hergestellten Radwegenetzes an der Olfe ist der 700 Meter lange Abschnitt, der durch Felder und parallel zum Gewässer vorbei am Gewerbegebiet Nord in östliche Richtung verläuft.

Katzensprung in die Langst

Auf Höhe „In der Schlinge“ stößt der Olferadweg wieder auf die Schinkelstraße. Dort haben Radfahrer und Fußgänger die Wahl: Entweder den Katzensprung machen zum Naherholungs- und Wohngebiet Langst oder es geht geradeaus weiter in Richtung Rodelberg.

„Radfahrer und Fußgänger werden das neue Wegesystem zu schätzen wissen“, ist sich Robert Reminghorst von den Umweltbetrieben sicher. Ob Radpendler, Touristen oder heimische Freizeitfahrer: Ihnen allen steht nun eine Erschließung im nordöstlichen Stadtgebiet zur Verfügung, abseits von den viel befahrenen Verkehrsadern Vorhelmer Weg und Schinkelstraße. Die Beliebtheit des einen Kilometer langen neuen Radwegs steigern wird zudem die Ausstattung mit 22 LED-Lampen, die bei Dämmerung und Nacht ein verkehrssicheres Licht geben. „Was nicht unwichtig ist, weil auch viele Schülerinnen und Schüler den Weg nutzen werden“, so der stellvertretende Umweltbetriebsleiter.

. Dass alles fertig ist,freut (v.l.) Dr. Alexander Berger, Thorsten Kräutner, Robert Reminghorst und Martin Füchtenhans. Foto: Stadt Ahlen

Zeitgleich mit dem Radwegebau lief an der Olfe eine weitere Maßnahme. Der Wasser- und Bodenverband renaturierte den Bachlauf, um dem Hochwasserschutz, aber auch der heimischen Tier- und Pflanzenwelt Gutes zu tun. Weitere Gehölze pflanzen die Ahlener Umweltbetriebe im Herbst, um an der Olfe ein grünes Band zu spannen. Von den naturnahen Verbesserungen werde auch der Freizeitwert des Olferadwegs profitieren, sagt Bürgermeister Dr. Alexander Berger voraus. „Es macht wirklich viel Freude, hier her zu fahren, und wer weiß: Vielleicht wird ja noch mehr daraus?“, kann sich der Bürgermeister gut vorstellen, nach den jetzt freigegebenen Teilstücken zu einem späteren Zeitpunkt den Weg sowohl in östlicher als auch in westlicher Richtung qualitativ ansprechend zu verlängern. „Quasi von der Olfe-Quelle bis zur Mündung in die Werse“, so Berger. Gut zur Geltung käme damit das Trialog-Konzept aus der Landesgartenschau-Bewerbung, das ein verbindendes Verkehrswegedreieck an Werse, Zechenbahn und Olfe vorgesehen hat.

Dank an Landwirt

Danken möchte Berger ausdrücklich Landwirt Martin Füchtenhans, der die Planungen für den Radweg von Anfang an positiv begleitet habe und ohne dessen Entgegenkommen das Projekt nicht umzusetzen gewesen wäre. „Unkompliziert und fair“ seien die Verhandlungen über den Grunderwerb verlaufen. „Ein schönes Beispiel für wahren Bürgersinn“, findet der Bürgermeister.

Dass der Olferadweg nicht nur das Radfahrenangenehmer macht, sondern auch für Sportler von Wert ist, steuert Bauleiter Thorsten Kräutner von den Umweltbetrieben bei: „Ich habe hier schon erste Jogger beobachtet, die den Weg für sich entdeckt haben.“

Gefördert hat den im November begonnenen Radwegebau das Land zu 70 Prozent. Am Ende baute die Stadt Ahlen günstiger als geplant: Die bewilligten 218.200 Euro brauchten nicht komplett ausgeschöpft zu werden.

Startseite