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Mit der Kirche aufs Land

Schöpfungsfest mitten im Maisfeld

Ahlen

Welch eine gelungene Veranstaltung: Der Schöpfungsgottesdienst der Landwirte im Maisfeld mit Untermalung von Alphorn-Klängen sorgte bei den Teilnehmenden für ein wohliges Gefühl.

Von Martin Feldhaus

Pfarrer Joseph Thota und Pfarrer Dr. Ludger Kaulig hinter dem farbenfrohem Strohaltar. Foto: Martin Feldhaus

Erntedankmessen sind nichts Ungewöhnliches. Auch in Ahlen finden sie traditionell am ersten Oktoberwochenende statt. Aber könnte man das Erntedankfest nicht auch mal direkt nach der Haupternte im Freien feiern? Das dachten sich der landwirtschaftliche Ortsverein, die Landfrauen sowie die Landjugend und luden am vergangenen Sonntag gemeinsam mit der Pfarrei St. Bartholomäus zu einem Schöpfungsfest im Maisfeld ein.

Hof Storkamp als perfekte Kulisse

Dafür bot der Hof Storkamp an der Beckumer Straße die perfekte Kulisse. Umrahmt von hohen Maispflanzen und bei sonnigem Wetter zog es die Gläubigen dieses Mal getreu dem Motto „mit der Kirche aufs Land“. Sie tauschten ihre Plätze in den Kirchbänken gegen Strohballen. Auch der Altar erwies sich als echter Blickfang. Nicht nur, dass auch er aus Strohballen bestand, davor fanden sich auch Kürbisse, Kartoffeln und Zwiebeln. Landwirtschaftliche Maschinen rundeten das beeindruckende und authentische Ambiente des Schöpfungsfestes ab. Und nicht zuletzt gab es ja noch eine besondere musikalische Umrahmung.

Was bedeutet die Ernte für uns Menschen? Unter anderem diese Frage rückten Pfarrer Joseph Thota und Pfarrer Dr. Ludger Kaulig in ihrer Predigt ins Zentrum. „Die Ernte ist immer eine große Freude“, erinnerte sich Thota, wie er als kleiner Junge mit seinem Vater, der Landwirtschaft betrieb, in Reisfeldern unterwegs war.

Alphornbläserinnen der „Alphorn-Ruhr“ begleiteten die Messe musikalisch. Foto: Martin Feldhaus

Warum betreibt man Landwirtschaft? Dieser Frage ging Dr. Kaulig in einer kleinen Umfrage unter den anwesenden Landwirten nach. Ergebnis: sowohl, weil man sein eigener Herr ist als auch, weil man im Rhythmus der Jahreszeiten, Tiere und Pflanzen lebt. „Familientradition spielt eine Rolle“, stellte er unter anderem mit Blick darauf fest, dass viele Höfe bereits in fünfter Generation bewirtschaftet werden.

Die Beteiligten freuten sich, über den gelungenen Schöpfungsgottesdienst im Maisfeld. Ein besonderer Dank galt Ralf Storkamp (l.), der einen Teil seines Feldes zur Verfügung stellte. Foto: Martin Feldhaus

Für die musikalische Begleitung des Schöpfungsgottesdienstes zeichneten der Chor Querbeet unter der Leitung von Martin Göcke und die Alphornbläser Alphorn-Ruhr verantwortlich, die für ganz andere Klänge als die bei Gottesdiensten üblichen Orgeltöne sorgten. Bei Querbeet am Bass war unter anderem Jürgen Schröder aktiv – am Tag seines 60. Geburtstags. Ihn ließ die Gemeinde mit einem Ständchen hochleben. Für den reibungslosen technischen Ablauf sorgten Michael Oertel und sein Team von „Order a Party“.

Die Gläubigen tauschten beim Schöpfungsfest die Kirchbank gegen einen Strohballen. Foto: Martin Feldhaus

Und die zahlreichen Gläubigen? Ziehen ein positives Fazit. „Eine schöne Atmosphäre“, plädierte Stefan Leifeld für eine Wiederholung des Formats. „Es war sehr ansprechend, dass wir die Messe draußen feiern konnten“, fand auch Hermann Ludwig. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten bei strahlendem Sonnenschein die Gelegenheit, mitten in der Natur frisch Gegrilltes oder leckeren selbst gebackenen Kuchen zu genießen.

Der Chor Querbeet unter der Leitung von Martin Göcke (r.) Foto: Martin Feldhaus

Währenddessen jagte der Nachwuchs dem runden Leder nach, powerte sich auf der Hüpfburg aus oder spielte in einer großen Mulde voller Sand. „Mit der Kirche aufs Land“, dieses Vorhaben der Organisatoren erwies sich angesichts von gut 350 Gläubigen beim Schöpfungsfest als voller Erfolg. „Wenn ich diese Resonanz sehe, haben wir alles richtig gemacht“, freute sich Ralf Storkamp. Ihm galt der Dank aller Beteiligten dafür, dass er die entsprechende Fläche im Feld ein Jahr lang frei gehalten hatte.

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