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Neuer Ansprechpartner in Caritas-Fachstelle

Sexuelle Übergriffe: „Warum mache ich das?“

Ahlen

Thorn Leonhardt ist der neue Mitarbeiter in der Caritas-Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch. Er beschäftigt sich vor allem mit auffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen.

Peter Schniederjürgen

Kümmern sich um Foto: Peter Schniederjürgen

Sexuelle Übergriffe, Nötigungen und Missbrauch in der Gesellschaft nehmen zu. Dabei wird rund ein Drittel dieser Taten von Jugendlichen und Heranwachsenden unter 21 Jahren begangen. Die Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch des Caritasverbands Ahlen, Sendenhorst und Drensteinfurt bietet seit 2013 den Beratungsdienst „GrenzBewusst“ an. Und der hat jetzt einen neuen Mitarbeiter: „Seit September befasst sich Thorn Leonhardt mit den auffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen“, stellte ihn Heinrich Sinder, Leiter des Caritasverbands, am Donnerstag vor.

Thorn Leonhardt

„Wir sprechen hier bewusst nicht von Tätern, um eine Stigmatisierung zu vermeiden“, sagt Thorn Leonhardt, der seit seinem 16. Lebensjahr in der Jugendarbeit tätig ist und die Beratung im Verbandsbereich übernommen hat. Der ausgebildete Psychologe und Präventionsmanager sieht seine Aufgabe darin, mit den jungen Klienten deren Verhalten zu ergründen. Warum mache ich das, was bringt mir das, seien Fragen, die sich die Betroffenen oft selbst stellten. Hier setzt der 48-Jährige an. „Wer redet in diesem Alter schon mit Eltern oder gar Lehrern über sein Verhalten?“, fragt er. Bei „GrenzBewusst“ seien Tür und Ohr offen und die jungen Leute könnten auf neutralem Boden vor einem vertrauenswürdigen Menschen über ihr Verhalten reden. „Ganz wertfrei können sie schildern, was sie dazu gebracht hat, was sie bewegt und erregt, ohne mit dem Zeigefinger bedroht zu werden“, beschreibt Thorn Leonhardt seine Arbeit.

Thorn Leonhardt

Dabei sei er jedoch nicht nur für die Jugendlichen zuständig. „Hier ist die Anlaufstelle für alle Fragen von Eltern, Lehrern und Erziehern und allen, die mit der Problematik von übergriffigen Kindern und Jugendlichen zu tun haben“, hob Christa Kortenbrede, Leiterin der Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch, hervor. „Wir werden dann sehen, ob es sich um einen Ausrutscher handelt, oder ob hier wirklich Handlungsbedarf besteht“, fügte Thorn Leonhardt hinzu.

Das Aufgabenfeld sei vielfältig. „Heute ist ein großer Teil der verbreiteten Missbrauchsvideos in den sozialen Netzwerken von Schülern unterwegs“, so der neue Caritasmitarbeiter. Falle Eltern oder Lehrern solch ein Inhalt auf dem Handy der Kinder auf, sei diese Caritasberatungsstelle der richtige Ansprechpartner. „Die Beratung ist kostenlos, da die Jugendämter der Städte und des Kreises mitfinanzieren“, erklärte Fachbereichsleiterin Eva Grams abschließend. Thorn Leonhardt ist unter Telefon 89 31 39 oder per E-Mail an leonhardt@caritas-ahlen.de zu erreichen.

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