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St.-Franziskus-Hospital meistert Kreißsaal-Notfalltraining

Sicherer Umgang mit Komplikationen

Ahlen

In den meisten Fällen geht alles gut. Aber hin und wieder gibt es doch Notfallsituationen im Kreißsaal. Gut also, wenn das Team darauf vorbereitet ist.

Training sichert Qualitätsstandards auf höchstem Niveau und verbessert die Kommunikation im Team bei kritischen Ereignissen, hier im Laufe einer zunächst problemlosen Geburt. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Die Abteilung für Geburtshilfe hat in Zusammenarbeit mit dem Franziskus-Sim, dem medizinischen Simulationszentrum am St.- Franziskus-Hospital Münster, ein interprofessionelles Kreißsaal-Notfalltraining absolviert. Was auf dem Foto nach einer dramatischen Szene im Kreißsaal aussieht, ist nur eine Übung für das interdisziplinäre Team des St.-Franziskus-Hospitals in Ahlen.

Dank Schauspielerin und Kunstblut wurden hier geburtshilfliche Zwischenfälle realitätsnah dargestellt. Die Möglichkeit, im geschützten Raum Notfälle zu trainieren und zu besprechen, ermöglicht dem Team einerseits, die Qualitätsstandards in der Geburtshilfe auf höchstem Niveau zu halten und andererseits, die Kommunikation im Team weiter stetig zu verbessern, so das St.-Franziskus-Hospital in seinem Bericht.

Sechs interdisziplinäre Kleingruppen

Innerhalb von drei Tagen erprobten sechs interdisziplinäre Kleingruppen, bestehend aus Hebammen, Frauenärztinnen und -ärzten, Anästhesisten und Pflegekräften verschiedene Notfälle. „Situationen wie Nachblutungen oder eine Schulterdystokie, die wir hier nachstellen, können so auch regelmäßig in Kreißsälen vorkommen“, erklärt Dr. Christian Albiker, Ärztlicher Leiter des Simulationszentrums Franziskus-Sim Münster: „Wir begleiten die Teams in diesen simulierten Notfallsituationen und halten diese ebenfalls in Bild und Ton fest.“ Im Anschluss könne man wichtige Szenen intensiver betrachten und wertvolles Verbesserungspotential entdecken – mit einem Fokus auf die Kommunikation im Team, das in Notfallsituationen oft aus verschiedenen Abteilungen und Berufsgruppen bestehe. „Besonders wichtig ist uns auch eine geschützte Trainingsatmosphäre“, so Albiker weiter.

„Hebammengeleiteter Kreißsaal“

Zustande kam dieses Teamtraining im Hinblick auf das in Ahlen im Aufbau befindliche Projekt „Hebammengeleiteter Kreißsaal“, bei dem Schwangere mit erwartbar komplikationslosen Geburten und Schwangerschaftsverläufen ausschließlich von Hebammen begleitet werden. „So kann den Schwangeren und Gebärenden eine kontinuierliche enge Betreuung ohne ärztliche Intervention angeboten werden“, berichtet Luise Janning, Hebamme des Simulationszentrums.

Bereits im Sommer erfreute sich das Team der Ahlener Geburtshilfe unter Leitung von Bruno Wennemann über einen neuen Geburtenrekord im Juli von 124 Babys.

Regelmäßige Trainings

Das Simulationszentrum Franziskus-Sim führt regelmäßig simulationsbasierte Trainings am eigenen Zentrum, aber auch extern in Einrichtungen der St.-Franziskus-Stiftung und darüber hinaus durch. Auch für andere Bereiche wie Notaufnahme oder Intensivstation sind solche Notfallsimulationen umsetzbar.

Mit Dr. Nico Schurig, Oberarzt der Anästhesiologie, steht dem Ahlener Krankenhaus ein Trainer für das sogenannten Crew Ressource Management, einer besonderen Form des Simulationstrainings, zur Verfügung, der auch innerklinisch solche Trainingsmodelle aufbauen kann.

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