Neues Wohn- und Geschäftshaus an der Kolpingstraße

Signal für Nachhaltigkeit gesetzt

Ahlen

Viel Lob bekam der Gemeinnützige Bauverein bei der offiziellen Einweihung des von ihm an der Kolpingstraße auf dem Areal des früheren Kettelerhauses errichteten Wohnkomplexes. Das Energiekonzept setze auf Nachhaltigkeit im Sinne des Klimaschutzes.

Ralf Steinhorst

Der Männergesangverein „Cäcilia-Liedertafel“, der früher im Kettelerhaus geprobt hat, umrahmte die Einweihungsfeier im großzügigen Eingangsbereich des Gebäudes musikalisch. Foto: Ralf Steinhorst

Schon seit dem 1. Juli wurden die 24 Wohnungen im neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Kolping­straße 3 auf dem ehemaligen Areal des Kettelerhauses bezogen. Am vergangenen Freitagnachmittag hatte der Gemeinnützige Bauverein Ahlen als Bauherr Bewohner, Nachbarn, die KAB St. Michael als vorherigen Grundstückseigentümer sowie Vertreter der am Bau beteiligten Firmen zur feierlichen Einweihung eingeladen.

Dabei erwies sich der Eingangsbereich des Gebäudes wegen seiner Räumlichkeit auch als sehr guter Ort für Versammlungen. „Wir hatten für die Wohnungen über 100 Bewerber“, unterstrich Wilhelm Genau, Vorstand des Gemeinnützigen Bauvereins, dass das Projekt großen Anklang fand.

Wilhelm Genau

„Aller guten Dinge sind drei“, stellte der Aufsichtsratsvorsitzende Gerd Grabenschröer für den Bauverein fest. Seit 2013 wurden im Dreijahrestakt vom Bauverein die Projekte Westfalendamm, Im Herbrand und Kolpingstraße zum Abschluss gebracht, wobei alle Objekte vollständig vermietet sind. Das jüngste Gebäude stelle allerdings eine Besonderheit dar: „Es musste sogar der Bischof gefragt werden.“ Am Ende stelle das Projekt aber eine großartige Leistung für die Stadt Ahlen und seine Menschen dar. Dafür spreche auch die Nachhaltigkeit in den Planungen: „Alle reden vom Klimaschutz, wir haben ihn praktiziert.“ Grabenschröer verwies darauf, dass das Gebäude innerhalb des Zeitrahmens fertiggestellt worden ist.

Architektin Agnes Weber verriet, dass in ihrem Büro das Projekt „Sukohaus“ benannt wurde, als Synonym für die Lage an der Ecke Südstraße und Kolpingstraße. Sie gab Einblicke in das Jahr 2014, wo die Frage anstand, was mit dem Gelände des ehemaligen Kettelerhauses passieren könne. Dabei half eine Rückschau in die Vergangenheit, im Jahr 1954 entstand dort nämlich der Neubau eines Jungarbeiter-Wohnheims. Gleich zu Baubeginn stellte der unerwartete Schluff bis 4,50 Meter Tiefe eine unerwartete Herausforderung dar. Diese wurde überwunden und die Architektin zeigte sich vom Gesamtergebnis sehr angetan: „Ich finde, das Haus ist klasse.“ Zumal nicht nur Barrierefreiheit erreicht wurde, sondern auch der energetisch angestrebte Effizienzhaus-Standard. Durch Einsatz von unter anderem Solar- und Photovoltaiktechnik wird mindestens der allgemeine Heizungs- und Strombedarf im Haus, weitestgehend auch der Haushaltsbedarf, gedeckt. Als Geschenk hatte Agnes Weber eine Eule, entstanden in Steinmetzarbeit, mitgebracht, die zukünftig als Wächterin des Hauses dienen soll.

„Der Bauverein hat für den Energiebereich ein gutes Signal gesetzt“, lobte der stellvertretende Bürgermeister Karl-Heinz Meiwes das Projekt als richtungsweisend. So rage es im Rahmen des Wohnflächenzielkonzepts heraus. Zugleich wünschte er sich, dass der Bauverein als nächstes auch ein Projekt im sozialen Wohnungsbau in Angriff nimmt. Den musikalischen Rahmen gestaltete der Männerchor „Cäcilia-Liedertafel“, der gleichzeitig eine geschichtliche Brücke schlug, weil er im ehemaligen Kettelerhaus seinen Probenraum hatte.

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