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Berger dankt für Fahrdienste

So kamen Ältere sicher zum Impfzentrum

Ahlen

Das Ehepaar Kühling, der Malteser Hilfsdienst und Innosozial sorgten dafür, dass Seniorinnen und Senioren aus Ahlen nach Ennigerloh ins Impfzentrum kamen. Dafür gab es jetzt ein dickes Dankeschön.

Der Bürgermeister dankte für den ehrenamtlichen Fahrdienst zum Impfzentrum (v.l.): Gabriele Liesegang, Dieter und Hildegard Kühling, Dr. Alexander Berger, Henry Boriesosdick und Anne Althaus. Foto: Stadt Ahlen

„Wir saßen am Kaffeetisch und sagten uns, jetzt müssen wir helfen.“ Dieter Kühling weiß noch genau, wie es war, als ihm und seiner Ehefrau Hildegard im Winter die Idee zu einem Fahrservice ins Impfzentrum Ennigerloh kam. Die Inhaber des Unternehmens „Kühling-Omnibus“ wurden während der Covid-Hochphase regelrecht ausgebremst.

Doch anstatt schlechter Laune wuchs während der verordneten Zwangspause in dem Ehepaar der Drang, etwas Sinnvolles zu tun. Normalerweise sind sie es nämlich gewohnt, Schülerinnen und Schüler, Sportvereine und Reisende nach Nah und Fern zu kutschieren. „Touristische Busreisen waren verboten, wir aber wollten nicht untätig zuhause sitzen und nur Däumchen drehen“, so Dieter Kühling. Genau zur richtigen Zeit kam da im Januar die Initiative der städtischen Leitstelle „Älter werden in Ahlen“. „Ältere Menschen, die beispielsweise Probleme bei der Terminanmeldung im Impfzentrum hatten, konnten sich bei uns melden. Wir haben auch helfen können, wenn es um Fragen zu den Fahrmöglichkeiten zum Impfzentrum ging“, so Leitstellen-Mitarbeiterin Anne Althaus.

Von Skepsis bis Dankbarkeit

Nicht alle Seniorinnen und Senioren seien in der Lage gewesen, ihren Transport selbst zu organisieren. „Dabei haben wir dann gerne geholfen.“ Zahlreiche Fahrten vermittelte Anne Althaus zwischen Ahlen und Ennigerloh. Auf den städtischen Aufruf zur Unterstützung des kostenlosen Fahrdienstes reagierten nicht nur Dieter und Hildegard Kühling prompt. Angebote, Fahrdienste zu übernehmen, kamen auch vom Ortsverband des Malteser Hilfsdienstes (MHD) und der Innosozial.

„Von größter Skepsis bis zu unendlicher Dankbarkeit“, erinnert sich Gabriele Liesemann von Innosozial, habe die emotionale Bandbreite der Seniorinnen und Senioren gereicht. Waren einige in Sorge, ob sie sich unter Umständen auf der Fahrt mit der Krankheit infizieren könnten, waren andere einfach nur glücklich, endlich das Impfangebot wahrnehmen zu dürfen.

Mulmiges Gefühl blieb

Mundschutz und Abstand seien auf jeder Fahrt selbstverständlich gewesen, sagt MHD-Mitarbeiter Henry Boriesosdick. Er verrät aber auch: „Ein etwas mulmiges Gefühl ist immer geblieben.“ Bis zu drei Touren habe er täglich gefahren. Wenn es nicht anders ging, auch mit Begleitpersonen im Fahrzeug. „Für den guten Zweck haben wir alles möglich gemacht.“

Ihr Bestes hätten auch stets die Helferinnen und Helfer im Impfzentrum gegeben. „Dort ging es schnell und völlig unkompliziert“, hörte Anne Althaus am Seniorentelefon immer wieder. Gabriele Liesemann bestätigt: „Der Empfang war gut organisiert und nie abweisend.“

Hilfreiches Instrument

Für ihr ehrenamtliches Engagement dankte jetzt Bürgermeister Dr. Alexander Berger den Unterstützern. Gerne hätte er das Impfzentrum nach Ahlen geholt. Als das nicht möglich war, habe sich die Fahrdienstbörse als hilfreiches Instrument bewährt. „Damit haben Sie einen erheblich Beitrag dazu geleistet, dass die Impfkampagne in den priorisierten Gruppen zügig vorangeschritten ist“, so Alexander Berger. Bei den anerkennenden Worten des Bürgermeisters, in einer für Selbstständige kritischen Zeit an andere Menschen gedacht zu haben, winkt Dieter Kühling bescheiden ab. Die schöne Erfahrung, Menschen helfen zu können, möchte er nicht mehr missen. Der Bus-Unternehmer, dem nach eigener Aussage die Bundeshilfen „über das Gröbste“ hinweggeholfen haben, spricht auch für seine Ehefrau, wenn er sagt: „Das hat uns richtig Spaß gemacht.“

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