Offizielle Freigabe auf Schacht 3

Solarpark bereit zum Sonnenbaden

Ahlen

Energiewende pur auf Schacht 3 der ehemaligen Zeche Westfalen: Das Areal ist jetzt Solarpark und soll künftig 1000 Ahlener Haushalte mit grünem Strom versorgen. Zur Einweihung blitzte sogar kurz die Sonne durch schwarze Regenwolken. Ein gutes Omen, fanden Betreiber und Bürgermeister.

Ulrich Gösmann

Großflächig in Richtung Sonne ausgerichtet: Der Solarpark Ahlen ist seit Montag offiziell eingeweiht und wartet jetzt nur noch auf seine Netzfreigabe, die in Kürze erfolgen soll. Foto: Ulrich Gösmann

Sonnenschein zur offiziellen Freigabe des Solarparks Ahlen. Davor und danach: Regen. Betreiber und Bürgermeister sahen am Montagnachmittag die Energiewende auf dem ehemaligen Areal von Schacht 3 der Zeche Westfalen vollzogen. Künftig sollen von hier bis zu 1000 Ahlener Haushalte mit CO-neutraler Energie versorgt werden. Ehe der erste grüne Strom fließt, bedarf es allerdings noch der Netzfreigabe, die in Kürze erwartet wird.

Mit der Schoenergie und den Stadtwerken Trier sind es zwei Partner von der Mosel, die unter dem Namen SE/SWT Solarkraftwerke GmbH auf Ahlens altehrwürdigen Zechenboden in die Energiewende investieren. In einem zweiten Bauabschnitt in zwölf Monaten sind auch Ahlener über die Genossenschaft Drehstrom mit im Investorenpool. Gesamtvolumen: 1,8 Millionen Euro.

Symbolischer Druck auf den Buzzer: Dr. Alexander Berger und Gerd Schöller (v.l.). Im Hintergrund: Dirk Willing. Foto:

Gerd Schöller, Geschäftsführer der Schoenergie, hätte sich zur offiziellen Freigabe, an der nur Ahlens Bürgermeister teilnahm, einen anderen Rahmen gewünscht. Energiewende sei eine Sache, die bürgernah zu gestalten sei. Sein Versprechen: „Wir werden die Bürger noch einmal zu einem Tag der offenen Tür einladen, damit sie das alles hier erleben und anpacken können.“ Denn: Der Solarpark Ahlen habe eine andere Dimension als ein Einfamilienhaus. Am Ende sollen 8000 Module kollektiv sonnenbaden. Auf je 100 Metern Länge in 33 Reihen, von denen acht noch nicht mit Kollektoren eingedeckt sind. Schöller: „Wir sehen die Drehstrom-Genossenschaft als Mitinitiator.“

Der Schoenergie-Chef dankte Bürgermeister Dr. Alexander Berger: Die Zusammenarbeit mit der Stadt Ahlen sei sehr gut gelaufen, die Unterstützung eine wohlwollend freundliche gewesen. Und konstruktiv. Die Betreiber wüssten sehr wohl um die Bedeutung des Ortes: „Warum soll man hier die Geschichte nicht fortschreiben?“

Noch ungedeckte Tischreihen: In zwölf Monaten steigt die Drehstrom Ahlen mit ein. Foto:

Dirk Willing, Schoenergie-Vertriebsleiter NRW und gebürtiger Ahlener, sprach von „Energiewende pur“. Bürgermeister Dr. Alexander Berger äußerte sich ähnlich: „Von der Kohle zur Sonne.“ Der Solarpark sei für diese Stadt ein wichtiger Baustein, um als Energiestandort gut aufgestellt zu sein. Erklärtes Ziel sei es, alle Ahlener Haushalte bis zum Jahr 2030 CO-neutral zu versorgen. Von diesem Vorzeigeobjekt möge eine Magnetwirkung ausgehen, die weitere Investoren nach Ahlen ziehe. Damit verbunden auch eine Einladung an die Trierer, ihr Engagement weiter auszubauen. Was beide Schoenergie-Vertreter mit der Anmerkung zur Kenntnis nahmen, bereits von zwei Bürgern konkrete Flächenangebote vorliegen zu haben. Die allerdings nicht EEG-fähig seien. Augen und Ohren seien aber weiter geöffnet. Und: Angebote willkommen.

Gerd Schöller

Dem eigentlichen Betriebsstart wünscht Gerd Schöller besseres Wetter: „Das, was wir hier heute erleben, ist das Schlimmste, was man einer PV-Anlage wünschen mag“, erklärte der Pfälzer mit Blick in einen kurz aufreißenden blauen Himmel, dem unmittelbar nach dem symbolischen Druck auf den roten Buzzer tiefschwarze Regenwolken folgten. Hinter dem Wetterwechsel stünden gerade Effizienzschwankungen zwischen 15 und 60 Prozent.

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