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Chorgemeinschaft singt Johannespassion von Heinrich Schütz

Solisten schlüpfen in Rollen von Jesus, Pilatus und Johannes

Ahlen

Die Johannespassion von Heinrich Schütz, der vor 350 Jahren verstorben war, präsentierte die Chorgemeinschaft St. Bartholomäus in der St.-Marien-Kirche zur Marktmusik. Das Publikum war begeistert.

-rst-

Passend zur Osterzeit führte die Chorgemeinschaft St. Bartholomäus in der Marktmusik die Johannespassion von Heinrich Schütz auf, der vor 350 Jahren starb. Foto: Ralf Steinhorst

Die Karwoche sowie das Osterfest stehen vor der Tür, und es rücken wieder die Geschichten der Passion von den Evangelisten in den Blickpunkt. So auch am Samstagvormittag in der St.-Marien-Kirche zur Marktmusik, wo die Chorgemeinschaft St. Bartholomäus und einige Solisten die Johannespassion von Heinrich Schütz sangen.

Die Marktmusik hatte dieses Mal nicht nur ein konzertantes Format, sondern war als Konzertgottesdienst gestaltet, in dem die Besucher das Kirchenlied „Wohl denen, die da wandeln“, das Heinrich Schütz komponiert hatte, mitsingen konnten.

Besetzung bis zum Schluss offen

Mitsingen konnte nahezu die Vollbesetzung der Chorgemeinschaft St. Bartholomäus, was aufgrund der neuen Corona-Variante nicht sicher war. „Bis zum heutigen Tage wussten wir nicht, wer heute hier sein wird. Aber wir haben alle zusammen“, zeigte sich An­dreas Blechmann, Initiator der Marktmusik und Leiter der Chorgemeinschaft, in seiner Begrüßung erleichtert. Zumal auch die Solisten Cristian Ramirez (Tenor) als Evangelist, Philipp Bopp (Bass) als Jesus, Larissa Neufeld an der Orgel, Regine Overbeck am Cello und Pfarrer Dr. Ludger Kaulig als Statthalter Pontius Pilatus mitwirken konnten.

Letzterer sang den Pilatus nicht nur, sondern gab in der Ansprache dessen Gefühlswelt zu seiner historischen Rolle bei der Kreuzigung von Jesus Christus wieder. Eigentlich habe er immer einen Blick auf das Imperium und seine Karriere gehabt. „Nun aber kennt man mich wegen eines Todesurteils“, stellt der Statthalter in dem Text ernüchtert fest.

Johannespassion aus gutem Grund ausgewählt

Dass die Johannespassion von Heinrich Schütz auf dem Tableau der Chorgemeinschaft stand, die seit Anfang Februar wieder im Probenmodus ist, hatte ebenfalls historische Gründe. Denn der Komponist starb 1672 und damit vor 350 Jahren. Er schrieb seine Passionen für den unmittelbaren liturgischen Gebrauch, wie Andreas Blechmann in seiner Begrüßung schilderte. Daher sei er als Chorleiter froh, dass Arnold Mendelssohn später eine bearbeitete Fassung mit instrumentaler Begleitung schuf, die in der Marktmusik zum Tragen kommen konnte.

Die singenden Solisten verkörperten einzelne Protagonisten der Passionsgeschichte, während der Chor die Juden und damit des Volkes Stimme wiedergab. Gemeinsam erzählen sie, beinahe im dramatischen Sinn, die Geschichte vom Tod Jesu.

Begeistert von der Aufführung zeigte sich am Ende das Publikum, dass dem Ensemble starken Beifall mit „Bravo“-Rufen spendete.

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