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Kontaminierter Boden am Werseufer muss ausgetauscht werden

Späte „Rache“ für Abriss der Piusbrücke?

Ahlen

Der Rat hat in dieser Woche Haushaltsmittel in Höhe von 450.000 Euro freigegeben zur Durchführung der Bodensanierung im Bereich der ehemaligen Piusbrücke am Rathaus. Eine Diskussion darüber gab es nicht mehr, denn die Maßnahme ist unabwendbar.

Wo früher die Piusbrücke am östlichen Werseufer aufsetzte, muss verunreinigtes Erdreich ausgetauscht werden. Foto: Peter Harke

Im Zuge der Untersuchungen des Baugrundes für das neue Stadthaus war, wie mehrfach berichtet, eine Verunreinigung des Erdreichs am Werseufer mit Kohlenwasserstoffen festgestellt worden. Über die Ursache der Kontamination kann nur spekuliert werden. Möglicherweise, so Stadtbaurat Thomas Köpp in der vorletzten Sitzung des Begleitausschusses zum Bürgercampus-Projekt, sei beim Abriss der Piusbrücke im Jahr 2013 aus den Baufahrzeugen Hy­drauliköl ausgetreten.

Fest steht: Um eine Sanierung kommt die Stadt nicht herum, sie wurde ihr vom Kreis Warendorf als Untere Boden- wie Wasserbehörde auferlegt, um eine Gefährdung des Grundwassers zu verhindern. Die betroffene Fläche ist circa 200 Quadratmeter groß, voraussichtlich werden 700 bis 800 Kubikmeter Boden bis in eine Tiefe von dreieinhalb Metern ausgetauscht werden müssen.

ZGM-Leiter Florian Schmeing

Der Auftrag soll nach Auskunft von Florian Schmeing, Leiter des städtischen Gebäudemanagements (ZGM), noch in diesem Jahr vergeben werden. „Wir haben auf die Ausschreibung drei Angebote bekommen und sind gerade in der Prüfung“, so Schmeing auf Anfrage unserer Zeitung. Wünschenswert wäre es aus Sicht der Verwaltung, wenn die Arbeiten Mitte Januar beginnen und bis Ende April zum Abschluss gebracht werden könnten. Denn dann sollen sich unmittelbar weitere Infrastrukturmaßnahmen zur Vorbereitung des Stadthaus-Neubaus anschließen. Dazu gehört der Bau eines Stauraumkanals zur Ableitung von Niederschlagswasser, der durch den zu sanierenden Sektor verlaufen wird.

Finanziert wird die Maßnahme aus dem allgemeinen Haushalt, sie zahlt somit nicht auf die Kostenkalkulation für das Stadthaus ein, da sie damit nur mittelbar im Zusammenhang steht. Ein Teil der Ausgabe kann aus unverbrauchten Mitteln in Höhe von 100.000 Euro gedeckt werden, die ursprünglich für eine Dachsanierung an der Therese-Münsterteicher-Gesamtschule vorgesehen waren. Diese hat sich aber laut Florian Schmeing im erwarteten Umfang als nicht notwendig erwiesen. Mithilfe eines Rauchtests hätten einige wenige undichte Stellen präzise lokalisiert werden können, sodass der Reparaturaufwand überschaubar sei.

Gegen die Mittelfreigabe stimmten FWG und Einzelratsmitglied Rolf Leismann, die BMA in Person von Martina Maury enthielt sich.

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