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Vor 40 Jahren wurden Ahlener Deutsche Meister im Gehen

Sternstunde im Sportpark Nord

Ahlen

Vor 40 Jahren war der Sportpark Nord der Nabel der Geher-Welt. In dem gerade erst fertiggestellten Stadion fanden die Deutschen Meisterschaften im Straßengehen statt.

Von Martin Feldhaus

Frank Degelmann, Rudi Heising und Dieter Massin (vl.) schwelgten in Erinnerungen an die Deutschen Meisterschaften im Gehen vor 40 Jahren. Foto: Martin Feldhaus

Echte Sternstunden der Leichtathletik? Gab es im Sportpark Nord einige. Im Laufe der Jahrzehnte kamen viele Topathleten nach Ahlen, versuchten als erste die Ziellinie auf der Tartanbahn zu passieren oder ein paar Zentimeter weiter zu springen als die Kontrahenten. Dennoch: Der 3. Oktober 1982 sticht heraus und hat sich ins Gedächtnis von Dieter Massin, dem heutigen Sprecher des Sportmuseums in der Bodelschwinghschule, eingebrannt.

An jenem Sonntag, als die Deutsche Einheit noch nicht einmal als Silberstreif am Horizont aufschien, fanden in dem gerade erst fertiggestellten Stadion die Deutschen Meisterschaften im Straßengehen statt, bei denen die heimischen Sportler einen herausragenden Erfolg erringen konnten: Die seinerzeitige LG Ahlen-Hamm holte mit den drei Junioren (unter 21 Jahren) Rudolf Heising, Frank Degelmann und Manfred Kreutz über die Distanz von 20 Kilometern sensationell den Deutschen Meistertitel in der Mannschaftswertung und wies den vormaligen Serienmeister VFL Wolfsburg in die Schranken. Und das, obwohl die Ahlener erst seit fünf Jahren beim Gehen vertreten waren, wohingegen diese Sportart in der VW-Stadt hoch angesehen und sehr traditionsbehaftet war.

Emotionen kommen wieder hoch

Ein Schlüsselmoment ihrer Sportlerkarriere, auf den Frank Degelmann und Rudi Heising jetzt, exakt 40 Jahre später, bei einem Besuch im Sportmuseum gemeinsam mit Dieter Massin zurückblickten. Bei der Lektüre der „AV“-Berichterstattung und dem Ansehen eigener Fotos kamen die Emotionen wieder hoch. „Wir sind jeden Kilometer einzeln durchgegangen“, so Dieter Massin, der damals als Stadionsprecher fungierte und diesen Deutschen Meisterschaften im Gehen auch im Nachhinein eine enorme Bedeutung für die Sportstadt Ahlen beimisst.

Rudi Heising hat die Bilder von damals eingescannt. Foto: Rudi Heising

„Wir haben davon unglaublich profitiert“, erinnert er sich an einen großen Zulauf bei den Gehern nach diesem Ereignis. Zudem markierten diese Deutschen Meisterschaften den Auftakt zahlreicher hochrangiger Leichtathletikveranstaltungen im damals taufrischen Sportpark Nord. „Wir hatten später über 700 Vereine bei Meisterschaften hier“, verdeutlicht Dieter Massin, dass an jenem 3. Oktober 1982 das Herz der Leichtathleten im Ahlener Norden ganz laut zu pochen begann.

Verdienst von Ernst Veit

Dass dies überhaupt möglich war, ist übrigens auch ein Verdienst von Ernst Veit, der im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften in einer wahren Nacht- und Nebelaktion ein Wegstück am heutigen ASG-Clubheim asphaltieren ließ. Damit konnten die Rundbahnen in die Strecke einbezogen werden, die anschließend zu den Tennisplätzen führen sollte. Andernfalls wäre die Verletzungsgefahr für die Geher auf diesem lediglich geschotterten Weg zu groß gewesen. „Das war eine Aktion für den Ahlener Sport“, so Dieter Massin. An die erinnert ein Straßenschild am Sportpark Nord, das symbolisch in die Richtung zeigt, wo die Tat des damaligen Starters und ASC-Vorsitzenden noch heute zu sehen ist.

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