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Ruth Frankenthal gestorben

Steter Einsatz gegen Antisemitismus

Ahlen

Ruth Frankenthal war den Ahlenern durch ihre eindrucksvollen Reden zum Pogromgedenken bekannt. Jetzt ist sie 72-jährig gestorben.

wn

Ruth Frankenthal mit Angehörigen des Verwaltungsvorstands der Stadt Ahlen in der Synagoge Münster. Foto: Stadt Ahlen

„Ruth Frankenthal wird mir fehlen, der Stadt Ahlen wird sie fehlen“, reagiert die Leiterin der Ahlener Volkshochschule, Nadine Köttendorf, auf den Tod der jüdischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster (CJZ).

Ruth Frankenthal starb am 22. Dezember im Alter von 72 Jahren. Viele Jahre hielt sie die Gedenkrede zum 9. November am Mahnmal für die von den Nazis ermordeten und vertriebenen Juden aus Ahlen. „Mit ihren eindringlichen und resolut vorgetragenen Appellen für Menschlichkeit und gegen Antisemitismus hat sie uns immer wieder den Spiegel vorgehalten und die richtigen Worte gefunden, um gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufzudecken“, so Nadine Köttendorf.

Nadine Köttendorf

Die Gedenkveranstaltung aus Anlass der Reichspogromnacht wird alljährlich ausgerichtet vom Forum Brüderlichkeit, der Stadt Ahlen, der Familienbildungsstätte und der Volkshochschule. Für den Kreis der Organisatoren sagt Nadine Köttendorf: „Wir alle sind sehr traurig.“

Seit 1992 wirkte Ruth Frankenthal als jüdische CJZ-Vorsitzende. Geprägt durch ihre Erfahrungen als Kind von Holocaust-Überlebenden war ihr Leben erfüllt von ihrem Einsatz gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus, gegen das Vergessen und für die Vermittlung jüdischer Religion und Kultur, heißt es vom Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Ihr gerades, ehrliches Wort und ihr begeisterndes Temperament haben wesentlich zur Verständigung jüdischer und christlicher Menschen beigetragen.

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