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Stadtwerke reagieren auf Preisentwicklung infolge des Ukraine-Krieges

Strom und Erdgas ab 1. August teurer

Ahlen

Die Stadtwerke Ahlen erhöhen ihre Tarife für Strom und Erdgas zum 1. August 2022. Eine Konsequenz aus den Folgen des Ukraine-Krieges. An den Energiebörsen hätten sich die Preise mittlerweile für Strom mehr als vervierfacht, für Erdgas versechsfacht, so Geschäftsführer Dr. Alfred Kruse.

Von Peter Harke

Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Alfred Kruse (l.) und Vertriebsleiter Thorsten Hatton erläuterten die Preisentwicklung bei Strom und Erdgas an den Energiebörsen. Foto: Peter Harke

An der Tankstelle, beim Bäcker oder im Supermarkt – der Ukraine-Krieg macht sich an vielen Stellen schmerzhaft im Portemonnaie bemerkbar. Die Energiekosten waren in Ahlen bisher noch stabil, anderthalb Jahre liegt die letzte Erhöhung der Stromtarife bei den Stadtwerken zurück. Doch jetzt sieht sich auch die städtische Tochter gezwungen, auf eine „komplett neue Marktsituation“ zu reagieren, wie Geschäftsführer Dr. Al­fred Kruse am Montag im Pressegespräch darlegt. Konkret bedeutet das: Für Strom und Gas werden die Abnehmer ab 1. August tiefer in die Tasche greifen müssen.

Bereits im vergangenen Jahr sei der Einkauf von Strom und Erdgas an den Energiebörsen deutlich teurer geworden, so Kruse. Mittlerweile hätten sich die Preise für Strom mehr als vervierfacht, für Erdgas versechsfacht. Wobei es beim Gas keine Lieferengpässe gebe, wie der Stadtwerke-Chef betont. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei nach wie vor gewährleistet. Zu erklären sind die Preissprünge aus seiner Sicht schlicht mit Marktwirtschaft und Psychologie.

Vertriebsleiter Thorsten Hatton

„Bisher haben wir die Mehrbelastungen auffangen können, aber nun werden wir die Kosten weitergeben müssen“, bittet Vertriebsleiter Thorsten Hatton um Verständnis. Im Einzelnen sieht das so aus:

Der Arbeitspreis für Erdgas erhöht sich ab dem 1. August insgesamt um netto 2,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) (brutto 2,737 Cent). Legt man einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15 000 kWh zugrunde, führt dies zu einer Mehrbelastung von netto 28,75 Euro pro Monat (brutto 34,21 Euro).

Der Arbeitspreis für Strom erhöht sich um netto 7,9 Cent/kWh (brutto 9,401 Cent) in allen Tarifen. Die Reduzierung der EEG-Umlage um brutto 4,430 Cent zum 1. Juli reduziere jedoch die Gesamtbelastung an der Stelle deutlich, hebt Thorsten Hatton hervor. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3000 kWh ergebe sich somit eine Mehrbelastung gegenüber den aktuellen Preisen von netto 10,44 Euro pro Monat (brutto 12,43 Euro).

Neukunden werden Bestandskunden wieder gleichgestellt

Dr. Alfred Kruse gibt unumwunden zu, das klinge alles „nicht sexy“. Im Vergleich mit den Wettbewerbern am heimischen Markt seien die Stadtwerke Ahlen aber „immer noch Preisführer in der Grundversorgung“. Eine gute Nachricht hat Kruse auch für Neukunden, die nach ihrem unfreiwilligen Wechsel von Billiganbietern zu den Stadtwerken seit dem 22. Dezember 2021 zunächst deutlich höhere Tarife zahlen mussten als die Bestandskunden. „Wir führen das ebenfalls ab 1. August wieder zusammen“, erläutert der Geschäftsführer. Auch den Neukunden stehe dann die Möglichkeit offen, sogenannte Sonderabkommen mit langfristiger Bindung zu günstigeren Konditionen abzuschließen. Das sei generell ein guter Tipp, um Geld zu sparen, rät Thorsten Hatton, sich im Kundencenter der Stadtwerke beraten zu lassen oder deren Online-Portal zu nutzen. Hier können Kunden auch jederzeit die Höhe ihrer monatlichen Abschlagszahlungen selbst anpassen. „Mit der Jahresrechnung im Herbst werden dann alle Abschläge automatisch aktualisiert“, kündigt Hatton an.

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