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Eltern begrüßen Entscheidung

Sturmfrei für einen Schultag

Ahlen

Stille in sämtlichen Klassenräumen: Auch wenn das „Sturmfrei!“ kurzfristig kam, die Blitznachricht erreichte noch rechtzeitig alle Eltern der Ahlener Marienschule. Und die fanden die Entscheidung richtig. Schließlich gehe es um die Sicherheit ihrer Kinder.

Von Ulrich Gösmann

Allein im Klassenraum: Schulleiterin Stephanie Hallermann schickte ihre Schüler in einen sturmfreien Donnerstag. Eltern reagierten durchweg mit Verständnis. Foto: Ulrich Gösmann

Sturm? Sie habe vorab überhaupt nichts davon mitbekommen, gesteht Stephanie Hallermann. Entsprechend die Reaktion der Leiterin der Marienschule, als am Mittwoch, 12.15 Uhr, die ministerielle Mail auf ihrem Rechner einging: „Ich war völlig überrascht.“ Sie und auch ihr Kollegium.

„Sturmfrei!“ Die Nachricht konnten die Klassen drei und vier noch persönlich mit nach Hause nehmen. Für die beiden unteren Jahrgänge, die gerade raus waren, glühten die Drähte. Eltern wurden über IServ informiert. Klassenpflegschaftsvorsitzende legten in den „WhatsApp“-Gruppen nach. Kollegen aus dem Offenen Ganztagsbereich griffen zum Telefonhörer. Die Reaktionen der Eltern? Durchweg ruhig verständnisvoll. „Wohl auch, weil die Nachricht vom Land kam“, vermutet Anna Maria Rohm, Klassenlehrerin der 1c. „Die Eltern zeigten sich froh, dass die Kinder nicht einer möglichen Gefährdung ausgesetzt sind.“ Coronaerprobt, seien sämtliche Kommunikationskanäle genutzt worden. Mit Erfolg. Kein Irrläufer, der am Donnerstagmorgen vor der Schule stand. Einzig einen Rückruf einer Mutter habe es gegeben, die sich vergewissern wollte, dass es wirklich so sei, bilanziert Stephanie Hallermann.

Betreuungsbereit: Reinhild Eich und Anna-Maria Rohm halten die Stellung. Foto: Ulrich Gösmann

Und nun? In der Marienschule liegt am Donnerstagmorgen die sprichwörtliche Ruhe nach stürmischer Nacht in Fluren und Klassenräumen. Einige Pädagogen sind doch gekommen, um Arbeitsmaterialien zu sortieren. Alternativ wären sie in die Betreuung gegangen, hätten Schüler tatsächlich den Schulweg genommen. Auf dem liegen außerhalb der Marienschule Mülltonnen quer, Pfannen auf Gehwegen. Ein Indiz, dass die Entscheidung eine richtige gewesen sei, wie auch Pädagogin Reinhild Eich findet. Dass kurz vor neun Uhr der Wind nachlässt und die Sonne wohltuend in die Klassenräume strahlt, das sei halt eben so. Es hätte auch ganz anders kommen können.

Diesmal keine Pfannen: Hausmeister Frank Hellmig macht die Äste weg. Foto: Ulrich Gösmann

Während Lehrkräfte im Homeoffice mit ihren Klassen in den Hausaufgaben stecken, arbeitet sich Frank Hellmig an frischer Luft über den Pausenhof. „Glück gehabt“, sagt er mit einem vielsagenden Blick aufs Dach. Beim letzten Sturm seien ein paar Pfannen runtergekommen. Diesmal ist es nur feines Geäst, das den Spielplatz unter altem Baumbestand übersäht. Und das weg sein sollte, wenn die Rasselbande wieder zurück ist.

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