1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. „Theater Titanick“ kommt wieder

  8. >

Zum ersten Mal nach zwölf Jahren

„Theater Titanick“ kommt wieder

Ahlen

Das Ahlener Stadtfest fällt zwar auch in diesem Jahr wegen Corona aus – doch dafür meldet sich das städtische Kulturbüro aus mehr als einjähriger Zwangspause für Open-air-Veranstaltungen in diesem Sommer mit einem anderen Paukenschlag zurück: Erstmals nach zwölf Jahren wird das „Theater Titanick“ (Münster/Leipzig) wieder nach Ahlen kommen.

Von und

Szene aus der neuen Produktion „Trip Over“ mit den Schauspielern Laila Nielsen und Georg Lennarz. Foto: Theater Titanick

AhlenAm 16. Juli (Freitag) zeigt das international bekannte und gefeierte Straßentheater auf dem Parkplatz am Bürgerzentrum Schuhfabrik seine neueste Produktion „Trip Over“. Zuletzt hatte die Truppe 2009 in der Wersestadt mit der Neuauflage des Klassikers „Titanic“ gastiert.

Im Sommer 2020 hat „Titanick“ 30-jähriges Bestehen gefeiert – nur im kleinen Kreis, ohne Auftritte und ohne Publikum. Eine Jubiläumsfeier, die in Zeiten der Pandemie ganz anders ausfiel als geplant und darum in diesem Jahr unter dem Motto „Titanick 30+1“ noch einmal nachgeholt werden soll, auch mit den zahlreichen Ahlener Freunden, Unterstützern und Partner der Kompanie.

Mit sechs spektakulären Produktionen war „Titanick“ in den letzten 30 Jahren zu Gast in Ahlen. Wer dabei war, erinnert sich ein Leben lang. An „Treibgut“ auf dem Langst­teich, an „Troja“ auf dem Marktplatz oder an „Insect“ vor der damals noch stehenden Kokerei auf dem Zechengelände. Doch viele Ahlenerinnen und Ahlener erinnern sich nicht nur als Zuschauer an die Aufführungen, sondern auch als temporäre Mitwirkende bei einzelnen Produktionen. Angeleitet durch die Workshops von Clair Howells, Schauspielerin und Mitglied des Konzeptteams bei „Titanick“, schoben, zogen und drückten sie kraftvoll die Gefährte der „Weißen Frauen“ im Rhythmus der rumänischen „Fanfare Ciocarlia“ durch die Ahlener Innenstadt und über den noch kopfsteingepflasterten Marktplatz. In waghalsiger Akrobatik erklommen sie zum Finale den „Janus-Kopf“ mitten in zündender Pyrotechnik.

Reise wird zu einer Irrfahrt

Auf „Knalleffekte“ und Überraschungsmomente darf sich das Publikum auch bei der neuesten Inszenierung freuen. „Trip Over“ erzählt die Geschichte von Lola und Ocean – ein Liebespaar, das sich auf die Reise begibt, auf die Suche nach Identität und Freiheit. Doch ihre Pläne sind fremdbestimmt von einem Musiker, der als allmächtiger DJ ihre Realitäten steuert. Er hält das Leben an, spult willkürlich vor und zurück und macht ihren Wunsch nach Zusammensein unmöglich. So wird die Reise zu einer Irrfahrt, geprägt von Sehnsucht und Leidenschaft.

Christiane Busmann (Bürgerzentrum Schuhfabrik), Clair Howells („Theater Titanick“) und Kati Peterleweling (Kulturbüro Stadt Ahlen) bei der Erstbegehung des Parkplatzes hinter dem Bürgerzentrum. Foto: Stadt Ahlen

Mit diesem Roadmovie verbindet eine neue Generation des Theaters spielerische Performance und Livemusik mit Film- und Videoelementen. Mehrere feststehende und mobile Kameras im Bühnenbild ermöglichen die Projektion der Performance auf eine große Leinwand. Und somit haben sie ungewollt eine Produktion geschaffen, die den Hygienebestimmungen einer Pandemie entgegenkommt. Diese Produktion benötigt keine bis zu hundert Darsteller und keine großen, räumlichen Weiten, um spektakulär zu sein. Fokussiert auf die Leinwand und die direkt anliegenden Spielorte, schaffen die modernen filmischen Möglichkeiten und deren künstlerische Handhabe eine außergewöhnliche Sogwirkung, in der ständig die Frage im Raum steht: Was ist Wirklichkeit und was Fiktion?

Tickets ab Mitte Juni erhältlich

Das Bürgerzentrum Schuhfabrik und das Kulturbüro der Stadt Ahlen laden gemeinsam zum Besuch von „Trip Over“ am 16. Juli zu Beginn der Dunkelheit auf dem Parkplatz hinter dem Büz ein. Entsprechend der zu diesem Zeitpunkt geltenden Hygienebestimmungen wird der Zugang auf das Gelände beschränkt. Tickets gegen ei­ne Schutzgebühr von fünf Euro können erst Mitte Juni über die Internetseite des Bürgerzentrums bezogen werden. Der Start des Kartenverkaufs wird rechtzeitig bekannt gegeben. Gefördert wird das Gastspiel durch das Förderprogramm Regionale Kulturpolitik des Landes NRW und das Kultursekretariat NRW Gütersloh.

                   

Startseite