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Bistum Münster vergibt Ehrenamtspreise

„Toni Hämmerle“ mit zweitem Preis geehrt

Ahlen / Münster

Die Ponystation „Toni Hämmerle“ in Ahlen ist ausgezeichnet: Eine vierköpfige Jury hat sie bei der Vergabe des Ehrenamtspreises im Bistum Münster mit dem zweiten Preis bedacht – verbunden mit einem Preisgeld und lobenden Worten.

Mit dem zweiten Preis und einem Preisgeld von 3000 Euro wurde die Ponystation „Toni Hämmerle“ in Ahlen ausgezeichnet, ein Angebot für Kinder mit Behinderungen. Aus den Händen von Bischof Felix Genn nahmen Vorsitzender Thorsten Pälmke (4.v.l.) und seine Mitstreiter die Urkunde entgegen. Foto: Michael Bönte / Kirche+Leben

Drei Projekte haben den mit insgesamt 10 000 Euro dotierten Ehrenamtspreis des Bistums Münster, des Diözesankomitees der Katholiken und von „Kirche-und-Leben.de“ erhalten. Münsters Bischof Dr. Felix Genn und Komitee-Vorsitzende Brigitte Lehmann zeichneten in der Akademie Franz-Hitze-Haus zum sechsten Mal beispielhafte Initiativen aus – diesmal in Steinfurt, Ahlen und auf der Nordseeinsel Wangerooge.

Genn äußerte sich laut einer Pressemitteilung des Bistums begeistert über den Einsatz der ehrenamtlich Engagierten. „Ihre Arbeit kommt nicht nur ihren Zielen und Zielgruppen zugute“, sagte er in seinem Grußwort. „Sie machen darüber hinaus uns allen und vielen weiteren Menschen Mut, indem Sie all den schlechten Nachrichten gute entgegensetzen.“ Damit seien die Projekte mehr als nur der Tropfen auf dem heißen Stein. „Denn jede gute Tat, jeder gute Mensch wird von anderen gesehen, schenkt vielen Hoffnung und regt zum Nach- und Mitmachen an.“

Erster Preis für „Steinfurter Obstretter“

Den ersten Preis, verbunden mit 5000 Euro, erhalten die „Steinfurter Obstretter“. Sie kommen überall dorthin, wo die Früchte – aus welchen Gründen auch immer – nicht geerntet und verwertet werden können. Das übernehmen die Obstretter, zu denen Menschen allen Alters, aller Nationalitäten und Religionen gehören. Das gerettete Obst kommt dann pur oder verarbeitet jenen zugute, die sich darüber freuen – auch über die Tafeln.

Das Projekt verschaffe allen ein gutes Gefühl, betonte Brigitte Lehmann in ihrer Laudatio: den Ernteretterinnen und Verarbeitern, den Spendern und Spenderinnen der Früchte, schließlich Tafeln, Altenheime und Basaren. Zudem sei es ein Vorbild des wertschätzenden Umgangs mit Lebensmitteln: „Schöpfung ist ein Geschenk. Und wir sind mitverantwortlich für sie“, sagte Lehmann. „Wegwerfen und Verrotten-Lassen sind keine Option.“

Ponystation „Toni Hämmerle“ schließt eine Lücke

Mit dem zweiten Preis und einem Preisgeld von 3000 Euro wurde die Ponystation „Toni Hämmerle“ in Ahlen ausgezeichnet, ein Angebot für Kinder mit Behinderungen. Seit mehr als 50 Jahren gibt sie Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit zu reiten. Der Verein bietet zudem regelmäßig ein offenes Reiten an.

Als einen Ort der „Lebensfreude, Bodenständigkeit und Verlässlichkeit“ würdigte Katharina Fröhle, Jurymitglied und Geistliche Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster, die Preisträger. „Seit über 50 Jahren finden hier Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap eine wundervolle Gemeinschaft und haben viel Spaß.“ Dabei gehe es nicht vorrangig um Therapie, sondern darum, Normalität zu erleben. Die Pony-Station schließe eine Lücke, „die im heutigen Alltag zuweilen zu kurz kommt: Mensch sein und Lebensfreude haben.“

Urlauberseelsorge auf Wangerooge erhält dritten Preis

2000 Euro erhielt zudem die Urlauberseelsorge auf Wangerooge, der einzigen Nordsee-Insel im Bistum Münster. Mit einem großen Team von Ehrenamtlichen aus ganz Deutschland bietet die Pfarrei an den Kar- und Ostertagen, aber auch während der Ferien vielfältige Seelsorge und Gottesdienste an und lässt eine menschennahe Kirche erleben.

Inmitten von stürmischen Zeiten, in denen die katholische Kirche in Deutschland viel Glaubwürdigkeit eingebüßt habe, ermögliche dieses Angebot die Erfahrung einer Kirche, die „weit offen ist und gerade darin Geborgenheit und Zugehörigkeit schenkt“, sagte Markus Nolte, Chefredakteur von „Kirche-und-Leben.de“, in seiner Laudatio. Zudem lasse dieser Ort „einfach zu Atem kommen, wo uns so oft die Luft wegbleibt – aus Ärger, aus Stress, aus Anstrengung, aus ständigem Gefordertsein.“

Für den Ehrenamtspreis des Bistums Münster hatten sich diesmal 70 Projekte beworben. Über die Preisträgerinnen und -träger entschied eine vierköpfige Jury: Katharina Fröhle vom BDKJ, Stefan Wöstmann vom Diözesankomitee, Markus Nolte und Generalvikar Klaus Winterkamp.

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