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„Ukraine Hilfe Ahlen“

Über 100 Spender am ersten Tag

Ahlen

Darauf gehofft hatten sie, damit gerechnet aber nicht wirklich: Der neu gegründete Verein „Ukraine Hilfe Ahlen“ konnte sich am Samstag bei seinem ersten Spendensammeltermin über eine überragende Resonanz freuen.

Von Martin Feldhaus

Hermann Huerkamp, Christian Kleinschmidt, Dirk Koss, Uwe Schnafel, Frank Beyer und Claudius Oeggerli (v.l.) freuten sich über zahlreiche Spenden der Ahlener. Foto: Martin Feldhaus

Ein Auto nach dem anderen rollte an der Rückseite der Lohnhalle vor, teils mit vollgepacktem Kofferraum. Zur „Halbzeit“ der Aktion nach anderthalb Stunden hatten die Organisatoren bereits mehr als 50 Spender gezählt, über 100 waren es dann nach drei Stunden. „Wir sind selbst überrascht“, konstatierte Vorsitzender Uwe Schnafel angesichts dieses enormen Zuspruchs.

Einige Ahlener hatten Sanitär- und Kosmetikartikel für mehr als 50 Euro eingekauft. Unter ihnen war auch Ulrich Bomba, der einige Pakete Windeln zur Sammelstelle brachte. „Die Kinder leiden im Krieg am meisten“, schilderte er im Gespräch mit unserer Zeitung seine Motivation zu helfen. Für rührende Augenblicke sorgten zudem Kinder, die mit ganzen Kartons voller Müsliriegel aufschlugen – und hierfür wohl auch Teile ihres Taschengeldes eingesetzt hatten. Einige Spender hatten zuvor ihre gesamte Nachbarschaft aktiviert, wie eine Dame, die gleich vier rappelvolle Kisten mit Hilfsgütern vorbeibrachte. Damit wollte sie es aber noch nicht bewenden lassen: „Wir kommen Dienstag noch mal wieder“, lautete ihre Ankündigung, die bei den Mitgliedern der „Ukraine Hilfe Ahlen“ für strahlende Gesichter sorgte.

Stromgeneratoren werden benötigt

Sie hoffen jetzt, dass sich morgen zwischen 16 und 19 Uhr wieder zahlreiche großzügige Spender an der Rückseite der Lohnhalle einfinden, um ihre Solidarität mit den vom Kriegsleid geplagten Menschen in der Ukraine zu unterstreichen. Benötigt werden unter anderem Schlafsäcke, Isomatten, Decken, Taschenlampen, volle Batterien, Akkulampen, Energieriegel, Seife, Shampoo, Duschgel, Zahnpasta, Windeln, medizinische Handschuhe oder Waschpulver. Sehr freuen würden sich die Organisatoren vor allem über gebrauchte oder neue Stromgeneratoren. „Es geht hier natürlich um das Thema Energie“, unterstreicht Beisitzer Hermann Huerkamp angesichts des Umstands, dass die russische Armee ihre Raketenangriffe immer wieder gezielt gegen die kritische In­fra­struktur in der Ukraine richtet. Ein besonders großzügiger Ahlener griff dies bereits auf und spendete ein neues Gerät im Wert von 500 Euro.

Der Verein „Ukraine Hilfe Ahlen“ nimmt auch am Dienstag wieder Sachspenden an der Lohnhalle der Zeche entgegen. Foto: Martin Feldhaus

Aktuelle Informationen finden potenzielle Spender jetzt auch unter https://ukraine-hilfe-ahlen.de/. Die „Ukraine Hilfe Ahlen“ sichert dabei eine transparente und nachvollziehbare Übermittlung der Spenden zu. Sie kooperiert mit dem Verein „Enniger hilft Kindern“, der bereits drei Hilfstransporte erfolgreich durchführte. Die nächste Fahrt soll dann auch Zeichen der Hoffnung von der Werse in das kriegsgeschüttelte Land bringen. „Wir gehen damit einen Weg, der schon mal gegangen wurde“, so Hermann Huerkamp, der sich wünscht, diesen Weg künftig noch oft auch in Ahlen beginnen lassen zu können.

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