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Filmprojekt „Stadt der Hoffnung“

Über 300 Ahlener als Mitwirkende

Ahlen

Am Samstagnachmittag richten sich die Scheinwerfer im „Schlosstheater“ in Münster auf Julia Jacob und ihren Film „Stadt der Hoffnung“. Die Filmemacherin stellt im Rahmen des Filmfestivals das in Ahlen gedrehte Sozialdrama „Stadt der Hoffnung“ vor. Um 15 Uhr startet die Preview.

Dierk Hartleb

Bei den Dreharbeiten für „Stadt der Hoffnung“ in Ahlen: Julia Jacob (3.v.l.) spricht mit den Darstellern eine Szene durch. Foto: Peter Schniederjürgen

Das ambitionierte Projekt, das 2015 und 2016 mit drei Schreibwerkstätten und 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Drehbuch an den Start ging, durchlief auch im Anschluss noch mehrere Phasen, ehe die Dreharbeiten 2018 begannen. Über 300 Ahlenerinnen und Ahlener wirkten vor und hinter der Kamera mit. Und gedreht wurde vornehmlich im Ahlener Osten und Südosten, wo die deutsch-türkische Community zu Hause ist.

Trotz allen Lokalkolorits: „Stadt der Hoffnung“ ist kein Film über Ahlen, sondern steht stellvertretend für kleinere Städte im südlichen Münsterland mit einem hohen Anteil junger Menschen der dritten Generation, die als Angehörige von Migrantenfamilien eine Lebensgeschichte mit Benachteiligung, Abkapselung, starken Familienbanden und Abnabelung vom Elternhaus mitbringen.

Um möglichst dicht an den Menschen zu sein, holte Julia Jakob sie in ihrem Alltag ab, entwickelte mit ihnen das Drehbuch und setzte auf ihre Authentizität. Im Fokus der Pilotfolgen – zwei weitere Episoden sollen noch folgen – stehen Enver und Selma, zwei ungleiche Geschwister, die sich gegen ihren älteren Bruder zur Wehr setzen, der sie in eine Parallelwelt hineinziehen möchte, und die sich durch ihren gemeinsamen Kampf zum ersten Mal richtig kennenlernen.

Julia Jacob

Julia Jacob zum Plot: „Wir tauchen ein in ihren deutsch-türkischen Mikrokosmos, auch die Aramäer und ihre Religionskultur werden beleuchtet. Es geht um Liebe, um Loyalität, um Glauben und die Suche nach der eigenen Identität. Es entfaltet sich so ein Kaleidoskop aus ortsspezifischer Gegenwartsgeschichte im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.“

Ein besonderes Anliegen war der Berlinerin, Regisseurin, Dramaturgin und Producerin in einer Person, die Filmbildung für alle Beteiligten, Laien und Semi-Professionelle. Dabei waren Jugendliche und Studierende im Alter von 14 bis 25 Jahren deutlich in der Mehrheit. Ein zweiter nicht minder wichtiger Aspekt war für Julia Jacob Inklusion, also die vollwertige Beteiligung von Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen, die nach professionellen Standards realisiert wurde.

Für ihr Projekt akquirierte die Produzentin zahlreiche Sponsoren, denen sie ihre Förderung mit der Vorstellung des fertigen Films dankt. Gefördert wurde das Projekt von der „Regionalen Kulturpolitik“ in den Förderkategorien „Inklusion/Inte­gration“, „Partizipation von Laien“ und „Kulturelle Bildung“. Viva West stellte das Haus der Filmfamilie Alpaslan zur Verfügung.

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