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Hegering schafft Hightech-Drohnen an

Überlebenshilfe für Kitze

Ahlen

Bevor die Landwirte ihre Felder abmähen, sollten sie sich vergewissern, dass nicht noch ein Rehkitz im hohen Gras liegt. Dabei hilft der Hegering.

Von Peter Schniederjürgen

Patrick Sunderkemper, Matthias Wehmeyer, Julian Geisthoff, Jens Degen, Thomas Stratmann, Benno Schulze-Eckel, Theo Sudhoff, Alfons Köttendorf, Matthias Stratmann und Philipp Kämper (v.l.) wollen Tierleid verhindern Die Hightech-Drohnen (l.) spüren Kitze auf und die Wärmebildkamera (o.) zeigt den Temperaturunterschied. Foto: Peter Schniederjürgen

Wenn der Heuschnitt für die Bauern ansteht, setzen die Rehe ihre Kitze. Und die verstecken sie vor Räubern unglücklicherweise am liebsten im hohen Gras. Zu dumm, dass dieses dann auch noch geschnitten wird. Um Tierleid zu vermeiden, hat der Hegering Ahlen jetzt massiv aufgerüstet. „Dank der großartigen Unterstützung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium, Franz Kaldewei und Heinrich Winkelmann senior konnten wir Hightech-Drohnen mit Top-Ausstattung anschaffen“, freut sich Thomas Stratmann, der im Hegering als Obmann für den Naturschutz tätig ist.

Wärmebildkamera gibt Aufschluss

Mit den Drohnen werden die Felder und Wiesen vor der Ernte abgeflogen. Die Wärmebildkamera zeigt, wo ein Tier versteckt liegt. Das können dann Helfer in Sicherheit bringen und der Bauer oder der Lohnunternehmer die Arbeit ungestört fortführen. Zurzeit üben die Jagdkameraden mit den Fluggeräten. „Dafür ist eine Art Pilotenschein nötig. Unsere dafür vorgesehene Mitglieder haben den bereits“, erklärt Thomas Stratmann beim Vor-Ort-Termin.

Die Wärmebildkamera zeigt den Temperaturunterschied. Foto: Peter Schniederjürgen

Die Idee der Jäger ist es, vom Landwirt oder Unternehmer die Information zu bekommen, wann wo ein Feld geschnitten wird. „Wir fahren in den frühen Morgenstunden hin und lassen die Drohnen aufsteigen.“ Denn dann sei, so Thomas Stratmann, der Unterschied zwischen Körpertemperatur des Kitzes und der Umgebung sehr groß. Ergo: Die Wärmebildkamera liefert ein deutliches Bild. Der Pilot leitet die Helfer dann zu dem Tier. Die transportieren es aus dem Gefahrenbereich der Landmaschinen. Kein großer Aufwand für den Fahrer, den Landwirt oder den Lohnunternehmer, aber ein Riesengewinn für die Fauna.

Die Hightech-Drohnen spüren Kitze auf. Foto: Peter Schniederjürgen

„Damit lässt sich unendlich viel Tierleid auf einfache Weise verhindern. Es ist nur wichtig, dass wir rechtzeitig informiert werden“, bittet der Naturschutzfachmann um Unterstützung. Ein Anruf bei den beiden Koordinatoren reicht, um die Rettungskette in Gang zu setzen. Zuständig für Ahlen-Süd (Bereich Postleitzahl 59229) ist Philipp Krämer, Telefon 01 52 / 22 66 26 73, für Ahlen-Nord (59227) Benno Schulze-Eckel, Telefon 01 71 / 4 72 32 16.

Für weitere Fragen oder aktive Hilfsangebote steht Matthias Stratmann unter matze.stratmann@gmx.de zur Verfügung.

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