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Erstmals Abendprogramm beim Pöttkesmarkt

Ukrainische Hymne zum Abschluss

Ahlen

Es war ein Versuch: Erstmals gab es in diesem Jahr beim Pöttkes- und Töttkenmarkt am Samstag ein Abendprogramm. Das bestritten „KC & The Soulbrothers“ aus Hamm und das „Cuarteto Repentino“ aus Münster.

Von Martin Feldhaus

Einen bunten Musikmix, der ankam und trotz des etwas ungemütlichen Wetters für gute Laune sorgte, boten „KC & The Soulbrothers“. Foto: Martin Feldhaus

Gedacht war das musikalische Abendprogramm beim 44. Pöttkes- und Töttkenmarkt zunächst als Testballon. Wird es auch zum Dauerläufer? Die Premiere am Samstagabend mit zwei ambitionierten Gruppen, die unterschiedliche musikalische Schwerpunkte setzten, machte jedenfalls Lust auf mehr, auch wenn der Marktplatz witterungsbedingt nicht gerade aus allen Nähten platzte.

Zum Glück ließ der zwischenzeitlich eingesetzte Regen aber am späten Nachmittag wieder nach, so dass die Band „KC & The Soulbrothers“ aus Hamm mit leichter Verspätung doch noch loslegen konnte. Und wie: „Wir haben ein buntes Programm mitgebracht“, kündigten sie an und ließen den Worten musikalische Taten folgen. Einen Klassiker nach dem anderen, von den 1960er-Jahren bis heute, schmetterten sie von der Bühne. Reggae, Soul, Funk oder Pop, hier kam jeder auf seine Kosten. Das Repertoire reichte von Tom Jones‘ „Sexbomb“ bis hin zum legendären „Could you be loved“ von Bob Marley & the Wailers aus dem Jahr 1980. Ein Mix, der ankam und für gute Laune sorgte.

Besucherinnen Margot Müller und Beate Lubold

„Danke für das wunderschöne Konzert. Das war ein Traumabend“, lautete das Fazit von Margot Müller und Beate Lubold, die nach dem Konzert vor die Bühne kamen, um sich bei der Gruppe zu bedanken. Die Idee, den traditionellen westfälischen Markt in der Innenstadt mit musikalischen Höhepunkten am Abend abzurunden, fanden beide sehr gut: „Klasse, dass so etwas auf die Beine gestellt wird“, sagten sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das „Cuarteto Repentino“ vereint Musiker aus der Ukraine und Russland, Bolivien und dem Kosovo. Foto: Martin Feldhaus

Den zweiten musikalischen Programmpunkt bildete das „Cuarteto Repentino“. Das Münsteraner Quartett war auf Einladung des Ahlener Friedensbündnisses auf den Marktplatz gekommen und sendete zu Beginn seines Auftritts eine klare politische Botschaft: „Wir sind der lebende Beweis dafür, dass Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen doch ganz gut miteinander auskommen“, betonten Ekaterina Baranova (Geige), Drilon Ibrahimi (Klarinette), Ruslan Maximovski (Akkordeon) und Erick Paniagua (Gitarre, Kontrabass).

Die vier Musiker aus der Ukraine und Russland, Bolivien und dem Kosovo verbindet nicht nur die Musik, sondern auch eine Freundschaft. Entsprechend bunt und vielfältig waren auch die Stücke, die sie in Ahlens „guter Stube“ erklingen ließen. Das Repertoire reichte von ukrainischen und albanischen Volksliedern bis zum Ungarischen Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms. Sehr emotional wurde es zum Abschluss des Konzertes, als das „Cuarteto Repentino“ die ukrainische Nationalhymne intonierte und einige geflüchtete Ukrainer ihre blau-gelben Fahnen schwenkten.

Zum Abschluss wurde die ukrainische Nationalhymne gesungen. Foto: Martin Feldhaus

Die Solidarität für die Ukraine und den zu uns Geflüchteten bröckele leider mit jedem Tag mehr, mit dem die Angst vor hohen Energiekosten und wachsender Inflation steige, merkte Maria Kessing vom Ahlener Friedensbündnis an – und schloss einen klaren Appell an: „Die Solidarität gilt es zu erhalten auch in einer Zeit, die viele schwere Einschnitte abverlangen wird.“ Dass die Ahlener dazu entschlossen sind, zeigten sie während des Konzertes, als sie großzügig für die in der Wersestadt lebenden Ukrainer spendeten. Mit den Geldern soll der Förderverein für Flüchtlinge insbesondere dringend benötigte Winterkleidung für Kinder beschaffen. Den Konzertabend widmete das Friedensbündnis auch seiner am selben Tag beerdigten Mitstreitern Rita Pöppinghaus-Voss.

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