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Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen

Unangemeldeter „Protestspaziergang“ löste Polizeieinsatz in Ahlen aus

Ahlen

Mutmaßlich bewusst verstießen die Teilnehmer einer nicht genehmigten Versammlung am Montagabend auf dem Ahlener Marienplatz gegen Abstandsregeln und Maskenpflicht. Ein Augenzeuge verständigte die Polizei.

Peter Harke

Bewusst missachtet wurde in Ahlen von mehreren Personen die Maskenpflicht. Foto: Peter Harke

Eine unangemeldete Versammlung von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen rief am Montagabend die Polizei auf den Plan. Ein Anlieger der Weststraße hatte sie verständigt und darüber informiert, dass sich etwa 15 bis 20 Personen, darunter auch einige Kinder, im Bereich des Marienplatzes aufhielten, unter Missachtung der Abstandsregeln und der in der Fußgängerzone geltenden Maskenpflicht.

Susanne Dirkorte-Kukuk, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde Warendorf, bestätigte auf Redaktionsanfrage den Einsatz: „Der Anruf ging um 19.06 Uhr ein.“ Wenige Minuten später seien ihre Kollegen vor Ort gewesen, hätten aber niemanden mehr angetroffen. Die Gruppe habe sich offensichtlich kurz zuvor aufgelöst, die Teilnehmer hätten sich in verschiedene Richtungen entfernt. „Die Personalien konnten wir leider nicht mehr feststellen“, bedauert die Sprecherin.

Augenzeuge

Der Augenzeuge, der nicht genannt werden möchte, schilderte auch gegenüber un­serer Zeitung seine Beobachtungen, die ihn „schockiert“ hätten: „Ich dachte, so etwas gibt es nur in Großstädten und nicht bei uns.“ Die Gruppe habe sich gegen 18.50 Uhr am Mariengarten formiert, ohne Transparente oder Schilder. Er habe jedoch aufgeschnappt, wie ei­ne Frau erzählte, es handele sich um einen „Protestspaziergang“ von Eltern aus Ahlen, die sich jeden Montag treffen würden, um zu de­monstrieren, diesmal konkret gegen die Testpflicht für Grundschulkinder. Auch bei Kundgebungen in Berlin, Kassel oder Leipzig sei man schon dabei gewesen und habe dort eine „tolle Stimmung“ erlebt.

Polizei kündigt weitere Ermittlungen an

Dicht an dicht, so der Mann, hätten die Demon­stranten, unter denen er auch eine örtliche Geschäftsfrau erkannt zu haben glaubt, beieinander gestanden und Masken, wenn überhaupt, nur unter der Nase oder dem Kinn getragen. Er finde das absolut verantwortungslos, bringe dafür kein Verständnis auf. Dann müsse man sich doch nicht wundern, wenn sich das Virus weiter verbreite. Noch einmal bekräftigt er: „So etwas hätte ich in Ahlen nicht erwartet.“

Die Polizeisprecherin kündigte weitere Ermittlungen aufgrund der Hinweise an. Auch die städtische Ordnungsbehörde will dem Vorfall nachgehen. Deren Leiterin Gabriele Hoffmann berichtete, dass an einigen Ahlener Schulen Plakate aufgetaucht seien, die sich ebenfalls gegen die Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler wendeten. Die Urheber seien unbekannt. Ob ein Zusammenhang bestehe, werde sich daher schwerlich feststellen lassen.

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