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Abendbrotkongress in der Schuhfabrik

Veganer und Leberwurstfans vereint

Ahlen

Wie bringt man Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebensweise miteinander ins Gespräch? Man setze sie zusammen an den Abendbrottisch.

Beim ersten Abendbrotkongress im Saal der Schuhfabrik erwarben sich die Teilnehmenden den Brotbelag durch Tauschen. Foto: Jörg Wagner

Eigentlich handelt es sich beim Abendbrot um eine alltägliche und wenig spektakuläre Mahlzeit. Doch das Brot und seine belegenden Begleiter stehen für eine bemerkenswerte Tradition mit kulinarischen und kulturellen Spezialitäten im deutschsprachigen Raum. Ungezwungene Atmosphäre im familiären Umfeld, bei dem die Geschehnisse des Tages mit auf den Tisch kommen, zeichnen es aus.

So fand am jetzt der erste „Abendbrotkongress“ in der Schuhfabrik statt. Eingeladen zu diesem ungewöhnlichen Format hatte die Schuhfabrik selbst, die Künstlerin Ingke Günther und der Künstler Jörg Wagner baten zu Tisch. Die beiden beschäftigen sich seit vielen Jahren mit der Forschung rund um das Abendbrot und haben ihren Abendbrotkongress bereits in zahlreichen Städten angeboten. In den Saal der Schuhfabrik kamen 40 erwartungsfrohe Gäste als bunter Querschnitt durch die Bevölkerung. Was ihnen allerdings genau bevorstand, wussten sie vorab nicht. Christiane Busmann, Geschäftsführerin der Schuhfabrik, hatte gemeinsam mit Marietheres Simon aus dem Projektbeirat Dritte Orte und Michael Leifeld aus dem Vorstand die Gästeliste erstellt.

Kleine Stadtgesellschaft

Der Abend entwickelte sich zu einem „Netzwerkabend der kleinen Stadtgesellschaft“, denn hier kamen Menschen zusammen, die sich im zwanglosen Rahmen bei einem kalten Abendessen mit Brot, Wurst, Käse oder veganem Aufstrich miteinander bekanntmachten.

Doch ganz so einfach war es nicht, denn zunächst standen nur Brot und Butter für sie bereit, alles andere mussten sie sich erwerben. Das konnte durch Tauschen ebenso wie durch eine schwungvoll gehaltene Tischrede geschehen. Spontan hielt ein Gast auch eine Lobrede auf die Stadt Ahlen.

Überhaupt saßen hier Zugezogene und Alteingesessene zusammen, aber auch die Kämpfer für eine lebenswerte Stadt, Veganer und Leberwurstfans fanden sich hier an einem Tisch vereint.

Theoretische Einsprengsel

Mit kleinen theoretischen Einsprengseln aus der Abendbrotforschung weiteten die beiden Künstler die Perspektive der Mitesser. Kleine Abfragen, ob das Abendbrot auf Brettchen oder lieber Tellern eingenommen wird und wie viele Sprachen im Raum vertreten waren, rundeten den unterhaltsamen und appetitlichen Abend ab. Die kulturelle Vielfalt verdeutlichen die 13 Sprachen am Abendbrottisch – von Niederländisch über Bengali und Kurdisch bis zu Russisch.

Zum Schluss waren die Teilnehmenden sich einig über den gelungenen kommunikativen Abend.

Er fand statt im Rahmen des Projekts „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ und wurde gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes.

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