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Marktmusik in der St.-Bartholomäus-Kirche

Volkslied steht im Fokus

Ahlen

„Im Märzen der Bauer“: Unter diesem Titel stand die Marktmusik in der St.-Bartholomäus-Kirche. Doch nicht nur das Volkslied war Thema, sondern auch die Geschichte und heutige Situation der Landwirtschaft.

Von Peter Schniederjürgen

Kantor Andreas Blechmann präsentierte Variationen des bekannten Volksliedes „Im Märzen der Bauer“ an der Orgel. Foto: Peter Schniederjürgen

Passender konnte kaum ein Titel sein. Die Marktmusik in der St.-Bartholomäus-Kirche eröffnete am Samstag den monatlichen Reigen unter dem Titel „Im Märzen der Bauer“.

Informationen zur Geschichte und Variationen des bekannten Volksliedes erläuterte Gabriele Weichel. Informationen zur Entwicklung der Landwirtschaft bis heute gaben Birgit Schlüter und Katja Schulze Horsel. Dazu bot Kantor Andreas Blechmann Variationen zum Lied an der Orgel. Er begrüßte die Gäste in der gut besuchten Kirche und übergab rasch das Wort an Gabriele Weichel. „Die bekannte Version entstand in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch Werner Hensel“, sagte sie. Sie fasste die lange Geschichte des Liedes knapp zusammen. Dabei erinnerte sie an den Missbrauch dieses Liedes durch Nazi- und SED-Diktatur. Weichel schloss mit der überzogen kritischen Fassung aus den 80er-Jahren. Darin wird massive Kritik an der Landwirtschaft geäußert.

Den Faden nahmen die beiden Landwirtinnen Birgit Schlüter und Katja Schulze Horsel gern auf. „Grundsätzlich hat sich unsere Arbeit nicht verändert“, erklärte Katja Schulze Horsel. Säen, ernten und Versorgung der Tiere ist im Grundsatz geblieben. Doch in der Technik hat es einen gewaltigen Fortschritt gegeben. „Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts pflügte der Bauer nicht selten mit Pferd und Einscharpflug“, erinnerte sie. In der jüngsten Vergangenheit hat sogar die Digitalisierung Einzug in alle Bereiche der Agrartechnik gehalten. Das ist mit der Spezialisierung der Betriebe die wohl deutlichste Veränderung. „Waren die Betriebe vor rund 100 Jahren noch primär auf die Eigenversorgung und etwas Überschuss ausgelegt, sind wir jetzt auf Teilbereiche spezialisiert“, berichtete Schulze Horsel. Die Landwirtinnen unterstrichen die Verantwortung ihrer Familien, die ihre Höfe seit Jahrhunderten betreiben, für die Natur und das Erbe der kommenden Generationen.

Katja Schulze Horsel und Birgit Schlüter (v.l.) informierten über die Geschichte der Landwirtschaft. Foto: Peter Schniederjürgen
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