Neuer Stadtbaurat Thomas Köpp gewählt

Von der Spree an die Werse

Ahlen

Es ist vollbracht. Ahlen hat wieder einen Technischen Beigeordneten. Thomas Köpp heißt er, ist 54 Jahre alt, ledig, von Beruf Architekt und zurzeit noch als Leitender Baudirektor beim Bezirksamt Berlin-Pankow beschäftigt.

Peter Harke

Blumen für Ahlens neuen Baudezernenten Thomas Köpp (l.): Bürgermeister Dr. Alexander Berger gratulierte am frühen Dienstagabend in der Stadthalle zur Wahl. Foto: Ulrich Gösmann

Quasi einstimmig, bei Enthaltung der Grünen, wurde Köpp am Dienstagabend vom Rat für die Dauer von acht Jahren zum neuen Stadtbaurat gewählt und damit zum Nachfolger von Andreas Mentz, seit dessen Wechsel nach Hamm die Stelle jetzt seit 14 Monaten vakant ist. Köpp wird vorübergehend auch zum allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters bestellt, bis zum Dienstantritt eines weiteren Beigeordneten für Soziales und Kultur, der zwingend die Laufbahnvoraussetzung für diese Funktion mitbringen muss, über die der designierte Baudezernent nicht verfügt.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

Hinsichtlich der fachlichen Expertise, die der gebürtige Holzmindener vorweisen kann, zeigte sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger in einem Pressegespräch vor der Ratssitzung überzeugt, den richtigen Mann gefunden zu haben. Mit seiner Qualifikation, seinem Werdegang und seinen Ideen habe Köpp das Auswahlgremium überzeugt. Er bringe langjährige berufliche Erfahrung, auch in verantwortlichen Positionen mit, um die großen Projekte, die in Ahlen auf ihn warten, vom Bürgercampus über den Bau der Osttangente bis zur Modernisierung der Kläranlage, anzupacken. Berger: „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“

Es sind nicht nur die konkreten Aufgabenstellungen, die Thomas Köpp gereizt und ihn bewogen haben, sich in Ahlen zu bewerben. Offen gibt er zu: „Ich wollte schon immer Stadtbaurat werden.“ Die Entscheidung, aus der Weltstadt Berlin in die westfälische Provinz zu ziehen, fällt ihm nach eigenen Worten auch aufgrund von privaten Verbindungen nicht schwer. Seine Schwester, die er oft besucht und bei der er auch übergangsweise wohnen wird, lebt in Bergkamen-Rünthe. Er kenne die Region also schon ganz gut. Als „reell und pragamatisch“ schätze er die Menschen hier von ih­rer Mentalität her ein, „und das“, so fügt er hinzu, „bin ich auch“.

Nach Abi und Wehrdienst durch die Welt gereist

Nach dem Abitur 1986 in seiner Heimatstadt hat Köpp zunächst als Panzerpionier „gedient“, in einer Fabrik gejobbt und sich dann erst mal ein paar Jahre in der Welt umgesehen, in Asien und verschiedenen arabischen Ländern. Die Altertümer in Ägypten zum Beispiel hätten ihn fasziniert. Von 1990 bis 1997 studierte er in Braunschweig und Hamburg Architektur und Städtebau, absolvierte später berufsbegleitend ein Aufbaustudium in Immobilienökonomie und ein Zusatzstudium in Facility Management.Er war als Partner in einem Architekturbüro tätig und schnupperte, als der Bausektor vorübergehend in eine Krise geriet, in die IT-Branche rein, bevor er 2009 in die öffentliche Verwaltung wechselte, als Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt in Büdelsdorf in Schleswig-Holstein.

Thomas Köpp

Von dort war es nur noch ein kurzer Schritt nach Hamburg, in der Hansestadt arbeitete Köpp bei der Lufthansa Technik AG in der Projektleitung, anschließend bei der Deutschen Rentenversicherung Nord, für die er unter anderem Kliniken auf der Insel Amrum und in Malente plante. Von 2014 bis 2017 war er in Köln verantwortlich für die städtischen Museen wie das Römisch-Germanische oder das Wallraff-Richartz-Museum. Seit 2018 leitet er in Berlin-Pankow die Serviceeinheit Facility Management, wo der Bau und die Unterhaltung von Schulen einer seiner Tätigkeitsschwerpunkte ist.

Selbstbewusst sagt Köpp mit Blick auf die neue berufliche Herausforderung, die er nun in Ahlen sucht: „Ich kenne mich aus mit den Themen, die hier anstehen.“ Interessanter noch als den Bürgercampus finde er übrigens den Ausbau der Kläranlage.

Der Termin für den Dienstbeginn in Ahlen steht noch nicht genau fest. Frühestens wohl im Juli könnte es klappen, vielleicht auch erst im September, abhängig davon, wann sein jetziger Arbeitgeber ihn ziehen lässt. Seine Wahl kommentierte Köpp spontan mit den Worten: „Da freu‘ ich mich aber!“ (Weiterer Bericht folgt.)

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