1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Von Setzrissen und neuen Nutzungen

  8. >

Zahlreiche Objekte bekamen 2021 neue Perspektiven

Von Setzrissen und neuen Nutzungen

Ahlen

Im Jahresbericht zur Stadtbild- und Denkmalpflege ging Fachfrau Nicole Wittkemper-Peilert auf zahlreiche Objekte ein, die neuen Glanz erhielten oder eine Nutzungsperspektive.

Von Christian Wolff

In der St.-Lambertus-Kirche traten Risse im Mauerwerk auf.

Sorgen bereitete der Unteren Denkmalbehörde in jüngster Zeit immer wieder die St.-Lambertus-Kirche in Dolberg. Im Juli 2020 traten auf der Südseite der Kapelle im Maßwerkfenster Risse auf, die zu erheblichen Putzschäden im darüberliegenden Gewölbe führten.

Die städtische Denkmalpflegerin Nicole Wittkemper-Peilert stellte am Dienstagnachmittag im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss den Sachstand zu diesen und anderen Maßnahmen vor. Was das Gotteshaus im Lambertusdorf angeht, werde gutachterlich empfohlen, den Chor zu unterfangen, die Regenwassergrundleitungen und Kontrollschächte auf der Westseite komplett zu erneuern und die Risse im Gebäude konventionell denkmalgerecht mit mineralischen Baustoffen zu überarbeiten. „Weitere Risse finden sich im Chor der neuen Kirche von 1901 unterhalb der Fenster“, so Wittkemper-Peilert. „Das Erdreich an der Fundamentsohle ist augenscheinlich ein mergelhaltiger Boden mit organischen Anteilen. Die Fundamente sind aus Natursteinmauerwerk errichtet.“ Im Baugrund um das nordöstliche Querhaus sei stark organischer Boden bis in Tiefen von 1,55 Metern angetroffen worden. „Durch die lange Trockenheit setzt sich das Material insgesamt.“

Erfreuliches berichtete die Referentin hingegen über das Denkmal „Kulturgut Samson“ in Tönnishäuschen. „Das Objekt wurde im Vorjahr durch einen Verein erworben“, sagte Wittkemper-Peilert. Die Gebäudehüllen der Gaststätte, der ehemaligen Posthalterei, des Saalanbaus sowie der zur Straße orientierten Tenne stehen inklusive Dachgebälk unter Denkmalschutz. „Im Jahr 2021 wurden seitens des Vereins erste Vorüberlegungen und Maßnahmen zur Neueindeckung der Dächer, Instandsetzung der straßenseitigen Fassaden sowie Rekonstruktion der Südfassade und Tenne durchgeführt. Ich stehe mit den Verantwortlichen in engem Kontakt.“ In den nächsten Jahren soll das Projekt in mehreren Schritten realisiert und den Bürgern zugänglich gemacht werden.

Die Alte Schänke Samson wurde von einem Förderverein erworben. Foto: Christian Wolff

Die Sanierung der Turmhaube von St. Bartholomäus sei 2021 vollständig abgeschlossen worden, hieß es im Jahresbericht weiter. Sie wurde vom Land mit 45 000 Euro gefördert. „Die im hölzernen Glockenturm tragenden Holzelemente waren in den Fußpunkten beschädigt und wurden verstärkt. Des Weiteren wurde der nicht verkehrssichere Treppenaufgang im Bestand ertüchtigt“, berichtete Wittkemper-Peilert. „Die Holzkonstruktion des Langhausdaches wurde für Wartungszwecke vollständig zugänglich gemacht sowie eine Grundbeleuchtung eingebaut.“

Förderantrag für Figurenabgüsse

Die Kreuzigungsgruppe an der Parkstraße, im Jahr 1901 im neugotischen Stil am Standort des ehemaligen Kamptores (geschliffen 1776) errichtet, wurde durch die beauftragte Firma Lehmkuhl aus Steinfurt fachgerecht restauriert. Aber: „Da an dem Objekt verschiedene und sehr gravierende Schadensphänomene zu verzeichnen waren, wurde die Entscheidung getroffen, die originalen Figuren nicht mehr am Ursprungsort aufzustellen.“ Um sie dauerhaft zu erhalten, seien die Figuren an einem trockenen Standort zu installieren. Um ein ästhetisches und optisch schlüssiges Gesamtbild am originalen Standort beizubehalten, wurde nach erster Ablehnung ein weiterer Förderantrag bei der Bezirksregierung Münster mit 50 Prozent Zuschussanteil für detailgetreue Abgüsse der drei Figuren gestellt. Die Kosten werden auf rund 39 000 Euro geschätzt. Die Rückmeldung werde im Frühjahr dieses Jahres erwartet, heißt es.

Ein Metallrestaurator sanierte die Tür des Trafohäuschens im Berliner Park. Foto: Stadt Ahlen

Die in städtischem Eigentum befindliche prunkvolle Grabkapelle Kerkmann auf dem Westfriedhof ist im Bereich verschiedener Gewerke sanierungsbedürftig. „Im Jahr 2021 wurde zunächst die Dacheindeckung erneuert, um Durchfeuchtungsschäden im Kapelleninneren zu verhindern“, so Wittkemper-Peilert. Die in städtischem Eigentum befindliche Trafostation im Berliner Park aus dem Jahr 1926 wurde 2019 grundgesichert, Die Teil-Restaurierung der Metalltüren und weiterer Metallteile wurde erfolgreich unter Erhalt größtmöglicher Anteile der Originalsubstanz durch einen Metallrestaurator umgesetzt. Parallel ist die Stadtverwaltung mit dem Verein „Stadtbildmacher“ im Gespräch zu möglichen Nachnutzungen.

Startseite
ANZEIGE