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Stadtverwaltung und Stadtwerke erarbeiten Notfallpläne

Vorbereitung auf mögliche Gasmangellage

Ahlen

Noch schickt Russland durch die Pipeline Nord Stream 1 Gas nach Deutschland, wenn auch in geringeren Mengen als vertraglich vereinbart. Die Stadt Ahlen und ihre Stadtwerke treffen gleichwohl bereits Vorbereitungen für den Fall, dass Putin den Hahn ganz zudrehen sollte.

Von Peter Harke

Sie wollen auf eine mögliche Gasmangellage im nächsten Winter bestmöglich vorbereitet sein (v.l.): Stadtwerke-Chef Dr. Alfred Kruse, Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Uwe Halbe (Geschäftsführer Netzgesellschaft Ahlen) und Stadtbaurat Thomas Köpp.Sie wollen auf eine mögliche Gasmangellage im nächsten Winter bestmöglich vorbereitet sein (v.l.): Stadtwerke-Chef Dr. Alfred Kruse, Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Uwe Halbe (Geschäftsführer Netzgesellschaft Ahlen) und Stadtbaurat Thomas Köpp. Foto: Peter Harke

Wie lange er selbst duscht? Bei der Frage muss Dr. Alfred Kruse schmunzeln. Jedenfalls nur so lange wie nötig, glaubt er, ohne schon mal auf die Uhr geschaut zu haben. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Ahlen will sein eigenes Verhalten, ob mehr oder weniger vorbildlich, aber auch nicht zum Maßstab für andere erheben und wohlfeile Ratschläge geben, worin sich zurzeit manche Politiker gegenseitig übertreffen. In der Wersestadt ist nach Kruses Wahrnehmung bei der Bevölkerung die Einsicht längst vorhanden, dass, wie er sagt, „jeder Einzelne wichtig“ ist und seinen Beitrag dazu leisten kann, um die Folgen einer drohenden Energieversorgungskrise abzufedern.

Stadtwerke-Chef Dr. Alfred Kruse

„Ahlen spart“, stellte der Stadtwerke-Chef jetzt bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bürgermeister Dr. Alexander Berger fest. Bereinigt um Witterungseffekte sei der Gasverbrauch privater Haushalte und gewerblicher Kunden in der ersten Jahreshälfte um fünf Prozent ge­genüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Ein Anfang, aber noch nicht genug. Um das von der EU-Kommission ausgegebene Ziel, dass alle Mitgliedsländer ihren Energieverbrauch um 15 Prozent reduzieren sollen, zu erreichen, müsse man „noch was drauflegen“, so Kruse. Das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, ist er sich mit dem Bürgermeister einig, der jedoch die Stadt durchaus in einer Vorreiterrolle sieht.

Notfallplan in Arbeit

Auch wenn die Versorgung momentan noch gesichert sei, wie Dr. Berger betonte, gelte es, sich frühzeitig auf eine mögliche Gasmangellage in der kommenden Heizperiode vorzubereiten. „Wir erarbeiten bereits einen Notfallplan“, kündigte der Verwaltungschef eine Vorlage für die politischen Gremien zum Ende der Sommerferien an. Stadtbaurat Thomas Köpp konkretisierte, das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) sei dabei, für alle städtischen Liegenschaften die jeweiligen Einsparpotenziale zu ermitteln. Schon mit relativ einfach umsetzbaren Maßnahmen lasse sich einiges bewirken, mit dem Wissen, dass eine Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad den Energieverbrauch um sechs Prozent senke. Bei drei Objekten, die noch über keine Wärmeregelung verfügen, werde man technisch nachrüsten müssen, so Köpp.

Straßenbeleuchtung komplett auf LED umgestellt

Die Straßenbeleuchtung zu dimmen oder gar ganz auszuschalten, hält der Technische Beigeordnete übrigens für keine zielführende Idee, da die Laternen in Ahlen längst nahezu komplett auf sparsame LED-Technik umgestellt seien. Dass ganze Straßenzüge nachts im Dunkeln liegen, möchte sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger auch gar nicht mehr vorstellen. „Ganz furchtbar“ habe er das in Erinnerung, als sich die Stadt vor etlichen Jahren in der Haushaltssicherung zu diesem drastischen Schritt gezwungen sah.

Bei der Bädergesellschaft ist nach den Worten von Dr. Alfred Kruse noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob Parkbad und Parksauna nach dem Ende der Freibadsaison wieder in vollem Umfang in Betrieb gehen werden. Schul- und Vereinsschwimmen als Teil der „Daseinsvorsorge“ sollten aber auf jeden Fall gewährleistet sein, versicherte der Geschäftsführer.

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