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FDP-Bundestagesabgeordneter Frank Schäffler machte in Ahlen Station

Wasserstoff als Alternative zur Batterie

Ahlen

Ein spannendes Feld: Kann ein Wasserstoffauto eine sinnvolle Alternative sein? Dieser Frage stellte sich der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler jetzt in Ahlen.

Martin Feldhaus

Mit dem Wasserstoffauto durch Nordrhein-Westfalen: Bei seiner Tour machte der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler auch in Ahlen Station. Foto: Martin Feldhaus

E-Autos sind zurzeit in aller Munde. Es heißt, sie seien besser für die Umwelt und Elektrizität auch billiger als Benzin. Weniger im Fokus der Öffentlichkeit stehen hingegen Wasserstoffautos. Doch sind diese deshalb schlechter? Nicht, wenn es nach dem FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler geht.

Der Liberale brach am 21. August mit einem geliehenen Wasserstoffauto zu einer zehntägigen Tour durch Nordrhein-Westfalen auf und machte in diesem Rahmen am Sonntag auch auf dem Ahlener Marienplatz halt. Insgesamt 3000 Kilometer mit einem Wasserstoffauto, das eine Reichweite von 300 Kilometern hat. Warum macht ein Politiker das?

Tankvorgang dauert vier bis fünf Minuten

„Wir sollten nicht nur auf die Batterie setzen und die Verkehrswende vielmehr technologieoffen gestalten“, erklärte Schäffler den anwesenden Vertretern des FDP-Ortsverbandes und interessierten Bürgern den Beweggrund für seine „Wasserstofftour“. Der Wasserstoff werde leider häufig vernachlässigt, wenn es um alternative Antriebsmethoden für Pkw gehe.

Dabei hat gerade auch das Wasserstoffauto einige Vorteile im Vergleich zum E-Auto: Ein Tankvorgang dauert nur vier bis fünf Minuten und im Winter ist Wasserstoff im Vergleich zur Batterie auch besser als Antriebsmedium geeignet.

Doch wie kann man die Popularität des Wasserstoffautos fördern? „Die Städte können viel dazu beitragen, dass die Energieversorgung mit Hilfe von Wasserstoff in Zukunft gesichert werden kann“, verdeutlichte Schäffler.

Neben der Umstellung kommunaler Fuhrparke von Diesel- auf Wasserstofffahrzeuge, der Anschaffung von Wasserstoffbussen für den ÖPNV und dem Ausbau von Tank- und Werkstatteinrichtungen, nannte der FDP-Bundestagsabgeordnete auch die Errichtung von Power-to-Gas-Anlagen als eine konkrete Handlungsmöglichkeit. Diese Anlagen könnten überschüssigen Strom aus Biogasanlagen mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umwandeln, also Wasserstoff, der ausschließlich aus Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Auf diese Weise könnten Energieverluste vermieden werden und der Wasserstoff direkt vor Ort für Wasserstoffbusse oder -Lkw nutzbar gemacht werden.

Stadt prüft gerade Möglichkeiten

Doch sind diese Einsatzfelder auch für die Stadt Ahlen denkbar? „Wir prüfen gerade für unsere Großfahrzeuge und auch die Feuerwehr, inwieweit das geht“, zeigte sich Bürgermeister Dr. Alexander Berger gegenüber dem Einsatz dieser Technologie nicht abgeneigt. „Es ist für uns wichtig, alternative Energien im Bereich Mobilität aufzudecken“, betonte außerdem der FDP-Ortverbandsvorsitzende Eric Fellmann.

Ob bzw. wann sich das Wasserstoffauto tatsächlich in Deutschland etablieren wird, ist jedoch fraglich. So teilte Schäffler mit, dass Mercedes die Produktion des von ihm ausgeliehenen Modells nach 3000 Fahrzeugen mittlerweile eingestellt hat. Daher gibt es zumindest vorübergehend keinen deutschen Hersteller von Wasserstoffautos mehr. „Wir müssen hier aufpassen, dass wir international nicht den Anschluss verlieren“, mahnte Schäffler angesichts der Entwicklung in anderen Ländern.

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