1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Weltrekord wieder geknackt

  8. >

Kronkorkenwiegen brachte 92,86 Tonnen zusammen

Weltrekord wieder geknackt

Ahlen / Liesborn

Fast zehn Tonnen mehr als 2019: Das Ergebnis des Kronkorkensammelns kann sich in diesem Jahr sehen lassen – und beschert Ingo Petermeier den nächsten Weltrekord.

Christian Wolff

Auf diesem Berg von Kronkorken wirkt Ingo Petermeier vergleichsweise klein. Dass innerhalb eines Jahres 92,86 Tonnen dieses sonst so unscheinbaren Altmetalls zusammenkommen würden, hätte der 39-jährige Weltrekordhalter nicht gedacht. Foto: privat

Damit haben selbst die engsten Mitstreiter nicht gerechnet: Ingo Petermeier hat erneut seinen eigenen Weltrekord im Kronkorkensammeln geknackt – zum sechsten Mal in Folge. Die stolzen 82,14 Tonnen, die er im Vorjahr auf die Waage brachte, wurden jetzt durch stolze 92,86 Tonnen getoppt.

Prall gefüllt auch dieser Stratkötter-Lkw. Foto: privat

Das Rekord-Institut für Deutschland (RID) kann dem Liesborner ein weiteres Mal eine besondere Urkunde ausstellen und die bisherigen Zahlen korrigieren. „Jetzt peilen wir die 100 Tonnen an“, meinte der Chef der „Kronkorken-Zentrale“ am Mittwoch im Redaktionsgespräch – natürlich mit einem Augenzwinkern, denn die Sammlung startet 2021 erstmal wieder bei null.

Familie und Freunde helfen mit

Die Massen Altmetall, auf denen sich Petermeier nun fotowirksam platzieren konnte, erzeugte er wie immer nicht alleine: Über dasganze Bundesgebiet verteilt sind inzwischen Sammelstellen eingerichtet, zum Teil auch im benachbarten Ausland. Bruder Sven Petermeier, der für die Spedition Stratkötter ohnehin regelmäßig mit dem Lastwagen unterwegs ist, besorgte in vielen Fällen sogar die persönliche Abholung der prall gefüllten „Big Bags“. Dabei lobte er Stratkötters Unterstützung in besonderem Maße: „Immer dann, wenn es irgendwo hakte, konnte ich mit einem Lkw unseres Betriebes unkompliziert Abhilfe schaffen.“

Viele Privatleute, Firmen und Vereine steuerten gleich tütenweise Kronkorken bei, zum Beispiel die Feuerwehren aus Vorhelm und Sendenhorst (wir berichteten) sowie ganze Schützengemeinschaften und Kegelclubs, einige davon aus Ahlen. „Auch wenn wir alle diese Pandemie verfluchen, so habe ich schwer den Eindruck, dass mir Corona bei diesem Rekord ein wenig geholfen hat“, mutmaßt Ingo Petermeier. „Die Leute haben im Laufe der vergangenen Monate offenbar doch die eine oder andere Kiste mehr geleert als sonst. Getränkehändler haben angesichts geschossener Kneipen weniger Fassbier abgesetzt.“ Eine mögliche Erklärung, die auch Michael Brinkkötter als Koordinator der Vorhelmer Sammelstelle parat hat.

Altmetall-Preis so gut wie nie

Die Kronkorken-Sammelaktion sollte eigentlich noch bis zum Jahresende weitergehen. Doch aktuelle Umstände bewogen den 39-jährigen Ingo Petermeier in diesen Tagen zur zügigen Abwicklung. „Der Preis für das Altmetall stand das ganze Jahr über bei etwa 60 Euro. Und unter 90 Euro wollte ich nicht verkaufen“. Mitte November sei der Preis auf 80 Euro geklettert und er habe weiter gewartet. „Das war auch gut so, da der Preis noch weiter stieg und zwar auf unglaubliche 105 Euro pro Tonne Kronkorken. Da habe ich die Verladung zwischen den Jahren in die Wege geleitet.“

Das Spektakel dauerte diesmal länger als gewohnt, da Petermeier nur im kleinen Kreis unter Wahrung der aktuellen Abstandsregeln arbeiten konnte. Doch auch das gelang mit familiärer Hilfe. Am Ende waren es 92,86 Tonnen, die beim befreundeten Fachbetrieb Karec in Wadersloh auf die Waage kamen. „Das machte 9478 Euro, die Firma Karec direkt auf 9600 Euro aufstockte“, freut sich der alte und neue Weltrekordhalter. Das Geld kommt auch in diesem Fall der Patientenhilfe Darmkrebs der Felix-Burda-Stiftung zugute.

Startseite