1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ahlen
  6. >
  7. Wenig erhellende Antworten

  8. >

FWG-Chef will mehr zum Stromausfall-Szenario wissen

Wenig erhellende Antworten

Ahlen

Informiert fühlt sich Heinrich Artmann auch nach der Ratssitzung in Ahlen nicht, was sei, wenn es zum 72-Stunden-Strom-Blackout kommen sollte. Der Vorsitzende der Freien Wähler hätte konkretere Antworten auf seine drei Fragen erwartet.

Wie ist Ahlen Foto: Ulrich Gösmann

Heinrich Artmann stand sichtlich unter Strom: „Im Januar und Februar wird es sehr kalt. Und wir sind nicht informiert.“ Städte wie Sendenhorst und Sassenberg machten es konkreter. Dem FWG-Vorsitzenden reichte es in der Ratssitzung am Montagabend nicht, Antworten auf seine drei Fragen zum Notfallplan der Stadt Ahlen für ein 72-Stunden-Szenario Strom-Blackout in schriftlicher Form vorliegen zu haben. Artmann ließ sich die Ausführungen vorlesen. Den Part übernahm Sozialdezernentin Stefanie Kosbab, ihres Zeichens auch Leiterin des Krisenstabs für außergewöhnliche Ereignisse. Schlauer zeigte sich der Fragesteller aber auch danach nicht.

Welche Gelder müssen eingeplant werden? „Aktuell hat die Stadt Ahlen Finanzmittel für Notstromaggregate und Kraftstoff, Satellitentelefone und Trinkwasserschläuche aus dem laufenden Haushalt zur Verfügung gestellt“, zitierte Stefanie Kosbab. Darüber hinaus würden weitere Investitionen auch im nächsten Jahr aus dem laufenden Haushalt finanziert oder müssten mit gesonderten Beschlüssen zur Verfügung gestellt werden. Die Finanzmittel für das Krisenmanagement bezifferte sie aktuell mit 77 000 Euro.

Was wird angeschafft?

Zu unkonkret seien die Antworten, monierte Heinrich Artmann. Foto: Ulrich Gösmann

Die Leiterin des Krisenstabs listete auf: Zwei Satellitentelefone seien angeschafft, drei mobile Notstromaggregate für die Feuerwehrgerätehäuser Vorhelm, Dolberg und Süden bestellt. Ebenso Trinkwasserschläuche für die mobile Versorgung. Ferner sei geplant, drei Fahrgestelle für die mobilen Notstromaggregate anzuschaffen. Die Beschaffung eines Notstromaggregats für die Ahlener Umweltbetriebe sowie die Notwendigkeit der Beschaffung weiterer Digitalfunkgeräte werde gerade geprüft.

Hat Ahlen als mittelgroße Stadt besondere Verpflichtungen?

Stefanie Kosbab bezog Stellung zu den Fragen des FWG-Vorsitzenden. Foto: Ulrich Gösmann

Außerhalb der dargestellten Zuständigkeitsvorschriften bestünden für Ahlen keine besonderen Verpflichtungen, antwortete Kosbab. Gleichwohl bereite sich die Stadt auf außergewöhnliche Ereignisse im Zusammenhang mit Energieknappheit und Stromausfall vor. „Bei einem flächendeckenden Blackout über 72 Stunden ist dennoch davon auszugehen, dass der Kreis Warendorf den Katastrophenfall ausruft und die übergeordnete Zuständigkeit an den Kreis übergeht.“ Die Stadt Ahlen beteilige sich kreisweit an Krisensitzungen, an Abstimmungen der Kommunikationswege, ebenso an Abstimmungen für Anlauf- und Informationsstellen der Bevölkerung. Im Fokus stünde auch die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung. Die Heinrich Artmann als nicht gefährdet ansah, wie er mit dem Hinweis, im Aufsichtsrat der Stadtwerke zu sitzen, nachschob. Weiter nannte Kosbab einen engen Austausch, der mit den Pflegediensten und den Sozialpartnern, der Bundeswehr und Polizei in Planung sei.

Heinrich Artmann, FWG-Vorsitzender

„Mir ist das alles etwas sehr unkonkret“, zeigte sich der FWG-Vorsitzende unzufrieden mit den Antworten, die er gerne noch weiter diskutiert hätte. Stefanie Kosbab kündigte fortlaufende Informationen in den nächsten Sitzungen an. Man sei auf Kreisebene in enger Kommunikation und orientiere sich an den tatsächlichen Gegebenheiten.

Startseite